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Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 14:57 Uhr

Pölitz : Ausruhen und Aussicht genießen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Pölitzer sorgen wie selbstverständlich für Erneuerung von zwei Bänken an der Straße zu den Pölitzer Bauern.

von
erstellt am 02.Nov.2017 | 12:00 Uhr

„Gaud Utkiek“ steht auf der Bank an der Straße zu den Pölitzer Bauern. In der Tat: So stellt man sich Mecklenburgische Weite vor. An dieser höchsten Stelle, wo der Wind immer pfeift, bietet sich ein grandioser Blick in eine hügelige Landschaft Richtung Teterow. Im Rücken hat der Verweilende den Schmooksberg. Roland Majewski hat für zwei Ruhepunkte für Spaziergänger oder Radlern an der Betonspurbahn gesorgt.

Zwei Bänke hatten er und weitere Helfer schon vor Jahren, als der Landweg ausgebaut worden war, aufgestellt. Sie waren in die Jahre gekommen, das Holz verrottet. „Ich weiß aber, dass einige Ältere aus dem Dorf hier spazieren gehen und auch mal eine Bank zum Ausruhen brauchen“, erklärt der 61-Jährige sein Engagement. Unterstützung habe er von Werner und Elke Stief ebenso bekommen wie von Sigrid Kaettka und Walter Haebel. „Der eine hat die Bretter besorgt, die andere sich um die richtige Schreibweise gekümmert beziehungsweise die Buchstaben in ordentlicher Schrift aufs Brett gebracht“, erzählt Roland Majewski. Man habe, um sicher zu gehen, Kontakt mit dem Plattdeutsch-Experten Behrend Böckmann in Kirch Rosin aufgenommen. „Gaud Utkiek“ und „Sett di daal un raug di ut“ ist nun auf den Bänken zu lesen. Die Aufschrift „Ackersnacker“ hätte dem Pölitzer auch gut gefallen, aber das würden die Bauern nicht so gern höre, erzählt er.

Zuletzt pflanzte Roland Majewski auch noch eine Birke neben die erste Bank. Die war dort, wo er in Kritzkow arbeitet, auf dem Betriebshof gewachsen und wird in auch in vielen Jahren noch an sein Arbeitsleben erinnern, denkt der 61-Jährige, der die durch die letzte Eiszeit geformte Landschaft liebt. „Hier oben gibt es eine Wasserscheide“, erzählt er. An der einen Seite fließe das Wasser über den Krassower See und so weiter schließlich in die Warnow, auf der anderen Seite lande es in der Recknitz, berichtet er.

Eigentlich, so meint Roland Majewski, sei das mit den Bänken keine große Sache, für ihn eher eine Selbstverständlichkeit, und es dränge ihn auch nicht unbedingt in die Öffentlichkeit. „Aber es ärgert mich, wenn ich mich mit einem Güstrower unterhalte und der Pölitz nicht kennt“, sagt der 61-Jährige. Diekhof sei noch vielen bekannt, aber dahinter ende es. Und jwd (janz weit draußen, wie der Berliner sagt) fühlt sich Roland Majewski mit seiner Familie in Pölitz auch nicht. „Es sind zehn Kilometer bis zur Autobahn“, erklärt er. Im Nachbardorf in Warnkenhagen weiß er von acht neuen Wohnhäusern. Eine solche Entwicklung würde er sich auch für Pölitz wünschen.

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