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Weitendorf / Schlemmin : Ausnahmezustand vor Weihnachten

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Die Zeit vor Weihnachten herrscht bei Familie Schippmann in Weitendorf regelmäßig Ausnahmezustand. Der Grund sind große, gut sichtbare Tafeln, die den Weg zu dem Gehöft weisen und die verraten, was dort zu erwarten ist.

Weitendorf | Die Zeit vor Weihnachten herrscht bei Familie Schippmann in Weitendorf regelmäßig Ausnahmezustand. Der Grund sind große, gut sichtbare Tafeln, die den Weg zu dem Gehöft weisen und die verraten, was dort zu erwarten ist: Weihnachtsbäume aller Größen und oft am gleichen Tag geschlagen. Also taufrisch.

"Nach der Wende stand vor uns die Frage, was wir mit 16 Hektar Ackerland machen sollen. Für eine landwirtschaftliche Nutzung war die Fläche zu klein und außerdem hatten wir alle einen Job", erinnert sich Siegrun Schippmann. Ein Bekannter aus Hamburg brachte sie auf die Idee, eine Weihnachtsbaumplantage anzulegen. So sagten sich die Weitendorfer, dass Christbäume, egal wie die Zeiten kommen, wohl immer gebraucht würden und gingen das Wagnis ein. "Im ersten Jahr haben wir zu viert, mein Mann und ich und meine Schwiegereltern, 20 000 Bäume gepflanzt. Da wussten wir am Abend genau, was wir am Tag getan hatten", erinnert sich Siegrun Schippmann. Fünf Jahre später konnten die ersten Weihnachtsbäume geschlagen werden. Mittlerweile hat sich ein Rhythmus zwischen Ernte und Aufforstung eingestellt und auch die Zahl der Helfer hat sich vergrößert. "Jetzt sind wir auch schon mal 18 bis 20 Leute, darunter vier Generationen unserer Familie, aber auch viele Freunde, die beim Pflanzen, Schlagen und Verkaufen helfen", sagt Siegrun Schippmann.

Verkauft werden Nordmanntannen, auch einige Blautannen sind zu haben. Letztere werden nicht wieder aufgeforstet. "Sie sind zu anfällig gegen Schädlinge", sagt die Chefin. Bis zum 24. Dezember ist der Hof täglich bis 18 Uhr geöffnet. "Einen Baum habe ich in einem Jahr tatsächlich mal an Heiligabend um 18 Uhr verkauft", sagt sie. Dieser Rekord, schmunzelt Siegrun Schippmann, müsse aber nicht unbedingt gebrochen werden.

Einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Baumverkauf veranstaltet das Forstamt Schlemmin heute von 10 bis 16 Uhr. Vor Ort verkaufen Produzenten aus der Region Wild, Fisch, Honig oder Kunstgewerbegegenstände. Die Bäume - Nordmanntannen, Fichten und Kiefern - sind gestern und vorgestern in den Revieren geschlagen worden. "Wir haben keine reinen Weihnachtsbaumplantagen", erklärt Peter Trost, Holzvermarkter im Forstamt Schlemmin, das bis Lüssow und Schwiesow und damit bis vor die Tore Güstrows reicht. 70 Prozent des aus sieben Revieren bestehenden Amtes sind Laubhölzer. "Deswegen nennt man uns auch das Buchen-Forstamt in Mecklenburg-Vorpommern", sagt Peter Trost.

Im Forstamt Güstrow steht der Baumverkauf genau eine Woche später im Kalender. "Wir verkaufen unsere Weihnachtsbäume am Sonnabend, dem 17. Dezember, zwischen 8.30 und 15 Uhr. Auf dem Hof ist auch ein kleiner Markt mit regionalen Produkten eingerichtet", informiert Mitarbeiter Thomas Lange. Bei Glühwein können die Besucher zudem an der Feuerschale mit Förstern sprechen. Wer auf das Erlebnis, seinen Baum selbst zu schlagen, nicht verzichten möchte, hat am gleichen Tag in den Suckower Tannen Gelegenheit. "Dort im Wald bieten wir ca. 100 Omorika-Fichten und Nordmanntannen zum Selberschlagen an", sagt Thomas Lange.

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erstellt am 09.Dez.2011 | 09:45 Uhr

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