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Güstrower Anzeiger

12. Dezember 2017 | 21:00 Uhr

Lärmschutz : Aus Wall wird Wand – oder was?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Anwohner der Wallensteinstraße müssen auf Lärmschutz immer noch warten

Seit im neuen Wohnquartier an der Güstrower Wallensteinstraße gebaut wird, schwelt der Konflikt um einen Lärmschutz zum benachbarten Studentenklub (Stuk) im Schwarzen Weg. Obwohl per Bebauungsplan vorgeschrieben, war ein Schutz der neuen Anwohner auf der ehemaligen Obstplantage vor dem regelmäßigen Feier- und Musiklärm von der beliebten und traditionsreichen Freizeitstätte in der Planung „vergessen“ worden. Nach langem Hin und Her hatten sich Stadtvertretung und der Erschließungsträger, die Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern GmbH (LGE), vor anderthalb Jahren endlich geeinigt: Ein Wall solle errichtet werden. Die Stadt hatte sich sogar bereit erklärt, dafür weitere Grundstücksflächen an die LGE zu verkaufen. Ziel der Stadt war es, den Anwohnern eine mögliche gerichtliche Auseinandersetzung zu ersparen. Alles schien klar, die Odyssee für die Anwohner sollte bald beendet sein. Doch weit gefehlt!

Jetzt machte die LGE wieder einen Rückzieher und stellte die Vereinbarung mit der Stadt in Frage. Ein Planungsbüro habe inzwischen festgestellt, dass für einen Wall der Platz zwischen Stuk und Wohnviertel nicht ausreiche. Sieben Meter hoch hatte der Wall werden sollen. Doch die dafür erforderliche Böschung raube so viel Gelände, dass unverhältnismäßig Bäume weichen müssten, auch wäre ein Regenrückhaltebecken beeinflusst. Schließlich würde die Unterhaltung solch einer Anlage hohe Kosten verursachen.


Wieder Rückzieher des Erschließungsträgers


Jetzt macht die LGE der Stadt den Vorschlag, statt eines Walls eine Lärmschutzwand zu errichten. Ebenfalls sieben Meter hoch und nahe an den Stuk gerückt, solle die so aussehen, wie man es von Lärmschutzwänden an verschiedenen Autobahnabschnitten kennt. Für solch eine Wand sprächen die geringeren Rodungen sowie der verminderte Pflegeaufwand, wirbt Andreas Brunotte, 1. Stadtrat, für die nun hoffentlich endgültige Variante. Brunotte: „Die Notwendigkeit solch eines Lärmschutzes zeigt sich in der Praxis. Vor allem donnerstags, freitags und sonnabends finden die Anwohner oft kaum in den Schlaf.“

Die Stadt könnte eine Wand am Ende sogar günstiger kommen als ein Wall. Denn nach fünf Jahren, in denen zunächst die LGE für die „Fertigstellungs- und Entwicklungspflege“ der Anlage zuständig bleibt, soll die Pflege und Unterhaltung auf die Stadt übergehen. Die bekommt dafür einen einmaligen Abschlag in Höhe von 50 000 Euro. Vorausgesetzt natürlich, es gibt dann einen Lärmschutz… Im Bauausschuss herrscht schon mal Einigkeit, jetzt endlich zu handeln; die Stadtvertretung will am 15. Mai über den neuen Plan entscheiden.


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