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Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 13:47 Uhr

Laage : Aus für Naturbad-Projekt in Laage

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtvertretung entscheidet mehrheitlich gegen das Projekt – Angst vor zu hoher finanzielle Dauerbelastung.

von
erstellt am 13.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Das seit rund zehn Jahren geschlossene Freibad an der Bahnhofstraße in Laage wird nicht wiederbelebt. Die Umwandlung in ein Naturbad soll nicht erfolgen, das beschlossen die Laager Stadtvertreter am Mittwochabend mehrheitlich. Zu hohe Betriebskosten, die jährlich durch die Stadt aufgebracht werden müssten, schreckten die Mehrheit der Stadtvertreter ab.

Einer Entwurfsplanung mit Schwimmbecken, Planschbecken und Beachsportanlage hatte die Stadtvertretung vor Jahren noch zugestimmt. Daraufhin waren Fördermittel beantragt worden. Als es mit Unterstützung aus dem Leader-Programm nichts wurde, bot sich das Förderprogramm des Landes zur Entwicklung ländlicher Zentralorte an. Fördermittel wurden jetzt durch das Wirtschaftsministerium MV auch in Aussicht gestellt, allerdings ohne die Beachsportanlage (nicht förderfähig). Immer war klar, dass die Stadt das Projekt ohne Förderung nicht realisieren kann. Deshalb hatte eine endgültige Entscheidung dafür oder dagegen noch ausgestanden, erklärte Marion Hünecke, Leiterin des Geschäftsbereiches Stadt- und Gemeindeentwicklung.

Einige Bürger, die die Sitzung am Mittwochabend besuchten, zeigten sich davon überrascht. So hätten sie es zuletzt nicht verstanden, meinte u.a. Anja Hauffe. „Vor zehn Jahren waren wir schon hier, um für den Erhalt des Freibades zu kämpfen“, betonte die Laagerin. Hinterher zeigte sie sich enttäuscht und verwundert über den Meinungswandel einiger Stadtvertreter.

In der Diskussion hatte zunächst Karin Schmidt (Die Linke) ein Plädoyer für ein Naturbad gehalten. Sie wollte das Bad „nicht gleich als Problemfeld“ sehen. Es würde Laage gut tun. man sollte ihrer Meinung nach etwas wagen. Auch wollte sei Möglichkeiten sehen, die Betriebskosten zu minimieren. Ein klares Nein kam von den Mitgliedern der Wählergemeinschaft Ortsteile. Helmut Precht hatte das Projekt von Anfang an skeptisch gesehen. Bisherige Beschlüsse dazu seien ohne Zahlenwissen gefallen, monierte er. Jetzt habe man Zahlen auf dem Tisch. Betriebs- und Personalkosten von rund 157 000 Euro jährlich seien nicht tragbar.

„Wir sollten besser nach Alternativen suchen“, forderte Andreas Springer (SPD) und brachte ein Flussbad ins Spiel. Mirko Mank (Wählergemeinschaft Ortsteile) nannte den Liessower See. „Keiner hat etwas gegen ein Bad, aber die Kosten sind zu hoch“, meinte der Kritzkower. Von einer kontroversen Diskussion in der CDU-Fraktions berichtete deren Vorsitzender Alfons Hütten. Er wünschte sich das Projekt „noch einmal vernünftig zu überdenken“. „Es ist eine politische Entscheidung“, betonte Andreas Pieper aus der CDU-Fraktion und würdigte die Bedeutung so genannter weicher Standortvorteile für Laage. Das Bad gehöre dazu. Es befinde sich aus Sicht von Elke Wendt (CDU) aber am falschen Ort – keine Parkplätze, zu wenig Freiflächen.


„Fördermittel nicht zum Spaß beantragen“


Als sich die Diskussion in die Richtung bewegte, erst einmal Fördermittel beantragen und dann weiter diskutieren, machte Stadträtin Marion Hünecke auf Fristen aufmerksam. Der erste Termin zur Antragstellung ohne Beachsportanlage sei bereits verstrichen, der 30. September der nächste. Außerdem unterstrich sie, dass man „Fördermittel nicht zum Spaß beantragen“ und später Nein sagen könne. Laage habe einen Ruf bei den Fördermittelgebern, den man nicht aufs Spiel setzen solle. Die Stadtvertreter lenkten ein und lehnten eine Weiterführung des Projektes Naturbad mit fünf Ja- und acht Nein-Stimmen bei einer Enthaltung ab.

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