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Stadtvertretung hat entschieden : Aus für Güstrows letzte Klo-Frau

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Münzautomat statt Personal in Markt-Toilette: Die Güstrower Stadtvertretung hat das endgültige Aus für Güstrows letzte Klo-Frau besiegelt. Die wirtschaftlichen Argumente gaben den Ausschlag.

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2013 | 07:18 Uhr

Güstrow | Die Güstrower Stadtvertreter haben auf ihrer jüngsten Sitzung das endgültige Aus für Güstrows letzte Klo-Frau besiegelt. Mehrheitlich stimmten sie der von der Stadtverwaltung erarbeiteten Neuvergabe von Reinigungsleistungen in Güstrow zu, die eine personelle Besetzung der öffentlichen Markt-Toilette hinter dem Rathaus nicht mehr vorsieht. Im Vorfeld dieser Entscheidung gab es teilweise lautstarke Proteste gegen die Abschaffung der Toiletten-Frau. Güstrower Markthändler hatten sogar Unterschriften für ihr Verbleiben gesammelt und beim Bürgermeister eingereicht (SVZ berichtete). Doch jetzt ist klar: die Klo-Frau wird durch einen Münzautomaten ersetzt.

Die Linie der Stadtverwaltung in dieser phasenweise emotional geführten Debatte war von Anfang an eindeutig: "Gegen das Betreiben der Toilette am Markt ohne Personal wurden bisher erhebliche Proteste der Bevölkerung, von Touristen und den Markthändlern geäußert. Aus Kostengründen und aus vergaberechtlichen Gründen wird auf diese Proteste aber nicht Rücksicht genommen." Das unterstrichen sowohl Bürgermeister Arne Schuldt als auch sein Stellvertreter Andreas Brunotte in der Stadtvertretersitzung. Die Bewirtschaftung der Markt-Toilette mit Personal würde für die gleiche Zielsetzung, nämlich die Reinigung der Toilette, bis zu 100 000 Euro mehr kosten, rechnete Brunotte vor. Das sei in keiner Weise wirtschaftlich. Deshalb jetzt die Lösung mit einem Münzautomaten.

Stadtvertreter Thomas Duve versuchte in der Sitzung, sich für die Klo-Frau stark zu machen. "Es ist gut, wenn die Toilette im Stadtzentrum mit einer Person besetzt ist, die aufpasst", sagte er. Burkhard Bauer (Die Linke) äußerte, dass der Vandalismus an Automaten-Toiletten bekannt sei. "Deshalb ist eine Klo-Frau besser", so seine Meinung. Bürgermeister Schuldt hielt dagegen, dass die Stadt auch andere öffentliche Toiletten mit Automaten habe, bei denen es kein Problem mit Vandalismus gebe. Letztendlich beugten sich die Stadtvertreter den wirtschaftlichen Argumenten.

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