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Güstrower Anzeiger

23. November 2017 | 21:33 Uhr

Stadtsanierung : Aus Dornröschenschlaf wecken

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtvilla aus der Gründerzeit soll saniert werden / Wohnungen, Arztpraxis und Café geplant

von
erstellt am 09.Aug.2014 | 10:40 Uhr

Jahrelang träumte die Stadtvilla an der Hansenstraße vor sich hin. Schrottcontainer, Müllsäcke und Erdgruben künden nun von Hoffnung auf neues Leben. Architekt Stefan Thoß rechnet in absehbarer Zeit mit der Baugenehmigung. Wohnungen, Arztpraxis und Café sollen im herrschaftlichen Haus an den Wallanlagen entstehen. Rund eine Millionen Euro sind für die Sanierung zu veranschlagen.

Die Stadtvilla aus der Gründerzeit wurde 1909 erbaut. „Pläne von Stadtbaurat Feine haben wir im Archiv gefunden“, berichtet Thoß. Das Haus hatte früher einen Altan, so auf den Zeichnungen sichtbar. Im Erdgeschoss hatte dieser mehrgeschossige Anbau eine Loggia, im ersten Obergeschoss einen Balkon. „So soll es wieder werden“, kündigt der Architekt an. Von der Loggia aus führte eine große Freitreppe in den Garten. In den 1950er- oder 60er-Jahren sei der Vorbau abgerissen worden. „So dicht am Stadtgraben gab es vermutlich Gründungsprobleme“, denkt Thoß.

Das Untergeschoss – lediglich an der Straßenseite als Keller erkennbar – eigne sich hervorragend für ein Café mit Terrasse direkt am Stadtgraben. Wünschenswert wäre hier eine Brücke über den Wasserlauf. „Wir haben bei der Stadt angefragt, ob die Brücke, die zum ehemaligen Hansabad führt, versetzt werden kann“, berichtet der Architekt. Eine Antwort gebe es noch nicht.

Hausschwamm und Feuchtigkeit im Keller seien zwei Probleme des Hauses, die bei der Sanierung zu lösen sind. Haustechnik sei zu erneuern. Plastikfenster sollen wieder durch Holzfenster ersetzt werden, informiert der Architekt. Das denkmalgeschützte Haus werde an der südlichen Giebelwand einen Fahrstuhl erhalten. Denkbar seien auf den rund 800 Quadratmetern Nutzfläche drei Wohnungen, eine Büroeinheit, eine Arzt- oder Therapiepraxis und eben das Café, zählt Thoß auf. Eine Etage wolle die Bauherrin selbst nutzen.

Neben dem Warten auf die Baugenehmigung werde derzeit an der Finanzierung und dem Einwerben von Städtebaufördermitteln gearbeitet. „Wenn alles positiv verläuft, wollen wir umgehend anfangen und die Sanierung Mitte nächsten Jahres abschließen“, sagt Thoß.

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