zur Navigation springen

Blutspende in Güstrow : Aus der Vene in den Beutel

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Weg des Blutes: Jana Schneider geht mit gutem Beispiel voran und spendet schon seit gut 15 Jahren, weil sie Menschen helfen will.

von
erstellt am 22.Feb.2017 | 21:00 Uhr

77 Spendewillige kamen am Dienstagnachmittag in die DRK-Sozialstation in der Neuen Straße – 2530 waren es insgesamt in Güstrow im vergangenen Jahr. Unter ihnen auch die Schwaanerin Jana Schneider. Die 39-Jährige arbeitet in Güstrow und nutzt regelmäßig die Möglichkeit nach der Arbeit Blut zu spenden. „Ich spende jetzt ungefähr seit 15 Jahren“, erzählt sie, während sie den neuen vierseitigen Fragebogen ausfüllt.

„Wir haben zum 1. Januar unser EDV-System umgestellt – das machte die neuen Fragebögen notwendig“, erklärt Silke Hufen, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit am Rostocker Institut für Transfusionsmedizin des Deutschen Roten Kreuzes. Die Schrift des Fragebogens wurde deutlich vergrößert und die Fragen nach Sachgebieten unterteilt – sonst hätte sich nicht viel verändert, versichert Silke Hufen. „Die Bögen können nun elektronisch eingelesen werden – so werden sie maschinell vorsortiert und ein Arzt kontrolliert nur noch die Bögen, die aussortiert werden manuell“, sagt die DRK-Mitarbeiterin. Das ermöglicht insgesamt eine schnellere Benachrichtigung der Spender.

„Viel hat sich nicht verändert“, bestätigt auch Spenderin Jana Schneider, die inzwischen einen kleinen Pieks in den Finger erhält. Der dritte, auch optisch dunklere Blutstropfen wird in einem Hämoglobin-Messgerät analysiert. Die Grenzwerte für die Spende hängen vom Geschlecht ab: 12,5 Gramm pro Deziliter Blut bei Frauen und 13,5 bei Männern. „15,3 – ein sehr guter Wert. Da habe ich wohl viel Fleisch gegessen“, resümiert Jana Schneider mit einem Lächeln auf den Lippen.

Anschließend wird die Temperatur gemessen – mit einem Infrarot-Thermometer. „Das ist auch neu. Vorher wurde das über das Ohr gemacht, aber so ist es viel hygienischer“, erklärt Pressereferentin Silke Hufen. Die Temperatur sei ein erstes Indiz für den Arzt, ob eine Infektion vorliegt. Der kontrolliert die Spendefähigkeit jedoch noch einmal im persönlichen Gespräch. 70 Spendewillige dürfen am Dienstag tatsächlich auch zum Aderlass – zwei davon waren Erstspender. Das sei wichtig, denn die Erstspender werden stetig weniger. „In den letzten fünf Jahren ging deren Zahl um 30 Prozent zurück“, macht Silke Hufen deutlich. Gespendet werden darf zwischen 18 und 72 Jahren – im höheren Alter aber nur, wenn man regelmäßig dabei bleibt. Sonst liege die Grenze bei 60 Jahren.

„Das meiste Blut wird für Krebspatienten benötigt – Unfallopfer stehen erst auf Platz vier“, fügt Hufen an, während Jana Schneider bereits auf der Liege Platz nimmt. „Bei mir fließt das Blut immer gut“, erklärt sie. Viermal im Jahr versucht sie zur Blutspende zu gehen – die Obergrenze für Frauen, Männer dürfen zweimal häufiger spenden. „Ich mache das, um anderen Menschen zu helfen. Das ist eine gute Sache und vielleicht ist man ja auch selbst einmal darauf angewiesen“, resümiert sie. Ein Solidargedanke, den viele Blutspender teilen.

Blutspende 2016



Güstrow Altkreis Güstrow

Spendewillige 2530 6465

Spender 2349 5946

Erstspender 186 417

Spendewillige

je Termin 68,4 64

Spender

je Termin 63,5 58,9

Quelle: DRK-Blutspendedienst

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen