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Bundesfreiwilligendienst : Aus der Schule in die Schule

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Antje Schmidt macht ein freiwilliges Jahr in Krakow am See und erzählt, warum ihr das für ihre Berufswahl enorm weitergeholfen hat.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Mit ihrem strahlenden Lachen zieht Antje Schmidt Schüler und Lehrer der Regionalen Schule in Krakow am See in ihren Bann. Die 21-Jährige leistet derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst in der Bildungseinrichtung. „Bis 2012 bin ich hier selbst zur Schule gegangen, habe meinen Realschulabschluss hier gemacht“, erzählt die gebürtige Krakowerin. Nun lernt Antje Schmidt den Schulalltag von einer ganz anderen Seite kennen. Ihre einstigen Lehrer sind nun zu Kollegen geworden. „Das ist schon ein bisschen komisch“, verrät Antje Schmidt. Das sie jetzt sogar den Universalschlüssel für ihre ehemalige Schule in den Händen hält, hätte sie bei ihrem Abschluss vor drei Jahren sicher nicht erwartet.

„Ich wollte gerne mit Kindern arbeiten – Schon während der Schulzeit habe ich deshalb ein Praktikum in der Kita gemacht“, sagt Antje Schmidt. Nach dem Praktikum war für sie der Berufswunsch abgesteckt. „Obwohl mir die Arbeit mit den ganz Kleinen wirklich Spaß gemacht hat, habe ich mich entschieden Lehrerin zu werden“, so Schmidt weiter. Mit dem sozialpädagogischen Fachabitur, welches die ehrgeizige junge Frau in diesem Sommer ablegte, ist sie ihrem Traumberuf nun ein ganzes Stück näher gekommen.

Obwohl eine erste Bewerbung an der Universität Rostock fehlschlug, lässt sich Antje Schmidt nicht entmutigen. „Ich wollte die Zeit einfach nutzen, um Praxisluft zu schnuppern und so bin ich auf die Organisation ,FSJ@school‘ gestoßen, die den Freiwilligendienst an Schulen koordiniert“, sagt Antje Schmidt. Nach einem Telefonat mit ihrer ehemaligen Schulleiterin Heike Watzke hatte sie die Anstellung sicher. „Es war wirklich die richtige Entscheidung. Ich würde jedem – insbesondere denen, die Lehrer werden wollen – ein freiwilliges Jahr empfehlen“, resümiert Antje Schmidt nach dem ersten Vierteljahr.

Sie habe schon jetzt viel gelernt – über den Lehrerberuf, aber auch über sich selbst. Besonders das Durchsetzen und den professionellen Umgang mit den Kindern habe sie sich angenommen. „Mein Alltag ist sehr vielfältig. Ich gebe Vertretungsstunden in den Grundschulklassen, mache eigene Projekte, helfe im Büro und gieße auch schon mal die Blumen“, erklärt Antje Schmidt ihren Arbeitsalltag an der Schule in Krakow am See.

Besonders durch ihre Arbeitsgemeinschaften hat sich die 21-Jährige hier einen Namen gemacht. Neben einem interkulturellen Kochkurs mit Flüchtlingsfamilien, hat sie auch das Schulradio wieder aufleben lassen. „Das habe ich schon während meiner Schulzeit hier gemacht und mit mir verschwand auch das Radio. Jetzt sende ich gemeinsam mit vier Mädchen aus der 6. Klasse immer Freitags in der ersten großen Hofpause“, erzählt die Freiwilligendienstleistende nicht ohne Stolz. 30 Minuten lang sendet das Team von „Schulradio Krakows Welle“ Witze, Interviews, Musik und Neuigkeiten aus dem Schulalltag. „Ich hoffe, dass wir das Radio etablieren können und es auch nach meiner Zeit an der Schule weitergeführt wird“, sagt Antje Schmidt, die noch viele neue Ideen hat, die sie im kommenden Jahr verwirklichen möchte.

Für ihre Zukunft wünscht sich die 21-Jährige, dass ihr Wunsch nach einem Studienplatz in Rostock klappt und sie vielleicht später einmal an ihrer ehemaligen Schule als Lehrerin arbeiten wird. „Ich bin sehr heimatverbunden und habe das Gefühl angekommen zu sein“, resümiert die Krakowerin, die nach den vielen positiven Erfahrung sicher ist, den richtigen Beruf für sich gefunden zu haben: Realschullehrerin in den Fächern Deutsch und Sozialkunde.

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