Gehörlosen-Förderzentrum Güstrow : Aus Brieffreundschaft wurde mehr

Die Klassen 9a aus Güstrow und 9b aus Frankenthal freuten sich gestern auf ihren Besuch des Ernst-Barlach-Atelierhauses.
Foto:
1 von 1
Die Klassen 9a aus Güstrow und 9b aus Frankenthal freuten sich gestern auf ihren Besuch des Ernst-Barlach-Atelierhauses.

Hörgeschädigte Schüler des Pfalz-Instituts für Hören und Kommunikation aus Frankenthal besuchen Freunde an Güstrower Gehörlosenschule

Besuch von weither hat in dieser Woche die Klasse 9a des Güstrower Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt „Hören“. Die Klasse 9b des Pfalz-Instituts für Hören und Kommunikation hatte den Weg von mehr als 700 Kilometern aus Frankenthal auf sich genommen, um die Freunde in der Barlachstadt zu besuchen.

Das Besuchsprogramm ist vielfältig. Nach der Ankunft und selbstgemachter Pizza im Internat der Gehörlosenschule am Montag folgten gestern ein Besuch des Ernst-Barlach-Atelierhauses am Inselsee mit der Museumspädagogin Ingrid Kiehl und eine Nachtwächterführung durch die Stadt. Heute geht es in den Kletterwald nach Markgrafenheide und auf Hafenrundfahrt nach Warnemünde. Morgen folgt eine Besichtigung des Ozeaneums in Stralsund und am Abend fahren die Besucher gemeinsam mit den achten und neunten Klassen der Güstrower Schule nach Rügen, um sich die Störtebeker-Festspiele anzusehen.

„Schon seit der fünften Klasse kennen sich die beiden Klassen. Angefangen hat alles mit einer Brieffreundschaft. Als Deutschprojekt wurde das zur Förderung des Sprachgebrauchs der hörgeschädigten Jugendlichen eingeführt, auch um diese althergebrachte Methode des Briefeschreibens zu fördern. Zunächst durfte sich jeder einen Briefpartner aussuchen“, erinnert sich Birgit Ahrendt, die Klassenleiterin der Güstrower Klasse. Schon zum dritten Mal findet nun ein Treffen statt. Vor drei Jahren gab es die erste Begegnung in Güstrow mit Besuch des heutigen Wildparks. Im vergangenen Jahr fand der Gegenbesuch in der Pfalz statt. „Damals waren wir ein fliegendes Klassenzimmer. Wir sind mit dem Flugzeug nach Stuttgart und zurück geflogen. Das war sehr aufregend für uns“, sagt Birgit Ahrendt. Unter anderem stand dort der Besuch der Stadt Heidelberg auf dem Plan. Die Schülerin Canan Celik ergänzt: „Außerdem haben wir abends eine Abschlussdisko gemacht.“

Auch ein Gastgeschenk in Form von selbst aufgenommenen CDs hatten die Frankenthaler, die als Schülerband musizieren, dabei. Die Lieder „Alles nur in meinem Kopf“ von Andreas Bourani und „Rolling in the Deep“ von Adele sind enthalten. „Die Band heißt ,No Compassion’. Wir haben diese zwei Songs vorher in einem Studio aufgenommen und zu ,Rolling in the Deep’ außerdem ein Musikvideo gedreht“, erklärt Christian Jung, der Klassenleiter der Pfälzer. Bis Freitag sind die Jugendlichen in Güstrow.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen