Langsames Sterben einer Sportstätte : Aus am Fischerweg kündigt sich an

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Güstrower SC 09 wartet nach Gespräch im Rathaus jetzt auf grundsätzliches Okay der Stadtvertreter.

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14. Juni 2016, 05:00 Uhr

Mannshoch steht das Unkraut auf dem Hauptplatz des Güstrower SC 09 am Fischerweg. Fußballspiel erscheint hier in absehbarer Zeit nicht möglich. Hat der GSC das Spielfeld aufgegeben? Ron-Olaf Rebien, Abteilungsleiter Fußball bei den Nullneunern, bestätigt den Eindruck: „Wir werden den Platz nicht mehr bewirtschaften. Sicher werden wir bei Gelegenheit noch mal abmähen, aber nicht mehr für den Spielbetrieb.“

Die Vereinsführung strebt eine Rückgabe der gesamten, von der Kommune langjährig gepachteten Sportanlage im Stadtteil Magdalenenlust an (SVZ berichtete). Der Barlachstadt wiederum könnte dies entgegenkommen, könnte sie so doch angesichts anhaltend extrem niedriger Hypothekenzinsen recht schnell weiteres Bauland für Eigenheime ausweisen. Der Fischerweg ist in der Planung ohnehin als Wohngebiet ausgewiesen und praktisch voll erschlossen. Die Intentionen von Verein und Stadt könnten sich also treffen. In einem informellen Gespräch mit der Stadtverwaltung sei man sich insoweit auch einig geworden, sagt Rebien.

Bestandteil eines Rückgabe-„Deals“ müsste aus Vereinssicht aber der weitere Aus- bzw. Umbau des Jahnstadions sein, erklären der Güstrower Fußballchef und der Vorsitzende des Großvereins, Torsten Renz, unisono. Renz, der auch Präsident der Stadtvertretung ist (CDU), drückt aufs Tempo. Denn der Verein habe die ihm bereits zugestandenen Fördermittel für eine grundhafte Sanierung des Hauptplatzes am Fischerweg im Vertrauen auf eine positive Entscheidung der Stadtpolitik wieder zurückgegeben. Bereits am 14. Juli, wenn die Stadtvertretung das nächste Mal tagt, erwarte er eine Beschlussvorlage vom Bürgermeister auf dem Tisch. Das sollte dann nach Renz’ und Rebiens Vorstellungen ein Grundsatzbeschluss sein, der die weitere Entwicklung des Jahnstadions beinhaltet. „Das würde dann keine kurz-, aber eine mittelfristige Umsetzung beinhalten“, denkt Renz.

Wie genau der zu beschreitende Weg verlaufen würde, wo und welche Fördermittel einzuwerben wären, um das vorsichtig geschätzt 2,5-Millionen-Euro-Vorhaben an der Speicherstraße zu realisieren, das wäre dann noch auszuhandeln. Die Zahl taucht im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) auf. Dort ist das Projekt „Jahnstadion“ derzeit mit drittrangiger Priorität ausgewiesen. Torsten Renz beschreibt die Situation so: Sollte die Stadtvertretung die beantragte Grundsatzentscheidung treffen, dann rückte das Vorhaben in die erste Priorität auf. Für Ron-Olaf Rebien wäre 2017/18 für den ersten Bauabschnitt „wünschenswert“.

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