Güstrow : Aufatmen in der Mühlenstraße

Gestern rollte auch der Radlader noch einmal durch die Mühlenstraße.  Bis Sonnabend soll alles fertig sein.

Gestern rollte auch der Radlader noch einmal durch die Mühlenstraße.  Bis Sonnabend soll alles fertig sein.

Nach fünf Monaten Bauzeit kann die sanierte Straße in der Innenstadt schneller als geplant für den Verkehr freigegeben werden.

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05. November 2015, 06:00 Uhr

Am Sonnabend soll der Verkehr wieder durch die Mühlenstraße rollen. Nach gut fünf Monaten Bauzeit kann die Komplettsanierung der Güstrower Innenstadtstraße schneller als geplant abgeschlossen werden. Zunächst hatte man mit einer Bauzeit bis Mitte Dezember gerechnet. „Es ist alles super gelaufen. Es gab eine sehr gute Zusammenarbeit, ein vernünftiges Miteinander auch mit den Anwohnern und Händlern und es wurde zügig gearbeitet“, erklärt Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes.

Stadt, Stadtwerke und Abwasserbetrieb arbeiteten in gewohnter Manier Hand in Hand. Zunächst waren sämtliche Versorgungsleitungen – manche Kanäle hatten wohl schon 100 Jahre unter der Oberfläche der Mühlenstraße gelegen – erneuert worden. Es folgte der Straßenaufbau mit in Güstrow so genannten Angebotsstreifen für die Radfahrer. Auch die Gehwege sind erneuert. Rund 1,4 Millionen Euro waren für die Sanierung der genau 223 Meter langen Straße veranschlagt. Es seien die Schlussrechnungen abzuwarten, aber man werde „gut im Kostenrahmen bleiben“, kann die Amtsleiterin jetzt schon einschätzen.

„Das ist wunderbar, dass die Straße jetzt so schnell fertig geworden ist“, sagt Gesine Ludwig und freut sich über die Nachricht der Verkehrsfreigabe am Sonnabend. „Natürlich war es nicht immer lustig. Aber man ist auch immer hin und her gerissen während so einer Baumaßnahme“, sagt die Inhaberin des Schuhgeschäftes in der Mühlenstraße. „Unsere treue Kundschaft hat uns auch während der Bauphase aufgesucht“, betont Ludwig und lobt im nächsten Atemzug die Baufirma. Die Bauleute seien sehr kooperativ gewesen. „Sie haben immer geholfen, wenn es etwas gab“, berichtet auch Steffen Jülke. Er habe während der Bauphase keine Nachteile gespürt. „Wer zu uns kommt, wählt den Weg bewusst und hat kleine Unannehmlichkeiten in Kauf genommen“, denkt der Bestattungsunternehmer und ist nun aber froh, dass die Straße fertig ist und sein Unternehmen wieder auch mit den Auto erreichbar ist.

Als positiv schätzt Wolfgang Baranyai das Baugeschehen in den vergangenen Monaten ein. „Es wurde konzentriert und ordentlich gearbeitet“, sagt der Händler, der in der Mühlenstraße seit Jahrzehnten einen Elektrofachhandel betreibt. Froh sei er, dass die Sanierung schneller als geplant beendet werden kann. Jetzt müsse man schnell noch überlegen, wie man das mit der Kundschaft feiern könne. Für Baranyai geht eine schwere Zeit zu Ende. „Umsatzeinbußen von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, beklagt der Händler und fügt hinzu: „Das ist ruinös.“ Man sei wohl doch viel auf motorisierte Kundschaft angewiesen, schlussfolgert Baranyai. „Wir hoffen, dass jetzt wieder Leben in die Straße kommt“, sagt er und wünscht sich, dass die Radfahrer künftig auch die Angebotsstreifen anstelle des Gehweges und die Hundebesitzer die Hundetoiletten nutzen.

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