Güstrow : Aufatmen im Frauenschutzhaus

Frauenschutzhaus in Güstrow:Leiterin Karin Wien (l.) ist froh mit Cornelia Gomollok eine neue Mitarbeiterin zu haben.
Frauenschutzhaus in Güstrow:Leiterin Karin Wien (l.) ist froh mit Cornelia Gomollok eine neue Mitarbeiterin zu haben.

Höhere Zuschüsse von Landkreis, Stadt und Land sichern Existenz der Einrichtung.

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31. Mai 2018, 05:00 Uhr

Aufatmen im Frauenschutzhaus. Der auch öffentlichkeitswirksame und zum Teil landesweite Einsatz (SVZ berichtete) mit dem Ziel, die seit Jahren eingefrorenen Gehälter der Mitarbeiter auf ein angemessenes Niveau zu heben, hat sich gelohnt. „Wir bekommen von der Stadt, vom Landkreis und vom Land mehr Geld. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Frauenschutzhaus-Leiterin Karin Wien. Alle würden den Einsatz von gut qualifizierten Mitarbeitern in den Frauenschutzhäusern erwarten. Die müsse man aber auch bezahlen können, so Wien.

Die langjährige Leiterin freut sich, dass jetzt die Stelle einer Kollegin im Mutterschutz befristet wieder besetzt werden konnte. Sie ist überzeugt, dass das bei lediglich zwei Bewerbungen nicht gelungen wäre, hätte man ein Gehalt nach Bundesangestelltentarif 05 anbieten müssen. Seit diesem Jahr sind die Zuschüsse des Landes für Personal- und Sachkosten an die Frauenschutzhäuser im Land eingefroren. Lange habe man die Situation hingenommen. Dabei wuchs die allerdings die Einsicht, dass man so mit der Arbeit für von häuslicher Gewalt gezeichnete Frauen nicht in die Zukunft käme. Vor dem Landtag in Schwerin hatten die Frauenschutzhäuser auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Zwar war zu dem Zeitpunkt schon klar, dass das Land in diesem Jahr seine Zuschüsse erhöht, damit aber sollten Stellen an Häusern ermöglicht werden, die bisher zur zwei Mitarbeiter haben. Das vorhandene Personal hätte nicht davon profitiert. „Nach Gesprächen im Sozialministerium ist nun eine Erhöhung der Personalkosten um 2,3 Prozent in diesem und im nächsten Jahr vereinbart“, berichtet Karin Wien und sieht das Problem damit nicht gelöst. 2,3 Prozent seien eindeutig zu wenig. Das Land verweise auf die Kommunen, was die Güstrower Frauenschutzhaus-Leiterin nicht akzeptieren möchte. „Wir nehmen Frauen auf, egal woher sie kommen“, erklärt sie. Letztendlich seien es aber die Stadt Güstrow und der Landkreis, die ihre Zuschüsse für das Frauenschutzhaus erhöht haben und somit die Existenz sichern.

Mit einem Defizit von 61 000 Euro war das vom Verein „Arche“ getragene Haus ins Jahr gestartet. Die Stadt gibt nun 55 130 Euro und der Landkreis 77 143 Euro. Hinzu kommen 90 655 Euro vom Land plus die 2,3 Prozent auf den Personalkostenanteil. Der Landkreis verbuchte die Erhöhung als überplanmäßige Ausgabe und hat die aktuelle Summe auch für die Haushaltsjahre 2019 und 2020 angemeldet. Angekündigt wird außerdem eine Dynamisierung, bestätigt Landkreissprecher Michael Fengler.

Froh darüber sind Karin Wien und ihre beiden Mitarbeiterinnen Siegrun Schippmann und nun Cornelia Gomollok. Die 46-Jährige Sozialpädagogin war 23 Jahre lang in der Jugendarbeit tätig, macht die soziale Arbeit mit Leidenschaft. „Es ist eine verantwortungsvolle Arbeit, die mich unglaublich anspricht. Aber das Gehalt spielt natürlich auch eine Rolle“, sagt Cornelia Gomollok.

Die Güstrower Krisen- und Schutzeinrichtung für Frauen mit ihren Kindern ist die einzige für Fälle von häuslicher Gewalt im Landkreis. Derzeit finden hier sechs Frauen und vier Kinder ein Zuhause auf Zeit. Insgesamt gibt es sieben Wohnungen.

Eine Spende erhielt die Einrichtung kürzlich vom Rotary-Club. Für die 2500 Euro sollen zwei Küchen, die inzwischen mehr als 20 Jahre alt sind, erneuert werden. „Die Frauen sollen sich hier wirklich wohl und sicher fühlen“, wünscht sich Karin Wien. Dafür wollen sie und ihre Mitarbeiterinnen auch weiterhin alles tun.

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