zur Navigation springen

Domgemeinde Güstrow : Auf Weg ins Reformationsjahr 2017

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Domgemeinde Güstrow begeht 500-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen.

Als das Theaterlicht im Schauspiel „Katherina – Lutherin zu Wittenberg“ die erste Szene trifft, ist Katharina von Bora, Ehefrau des Reformators Martin Luther, 53 Jahre alt und hat nur noch wenige Monate zu leben. Mit ihren Kindern beschließt sie, die Stadt Wittenberg zu verlassen und in Torgau Schutz vor der Pest zu suchen. In 90 Minuten wird die Schauspielerin Mirjana Angelina nicht nur das Leben einer starken Frau darstellen, sondern eine Ahnung von der Kraft der Lutherschen Lehre vermitteln, die die Kirche vor 500 Jahren nachhaltig veränderte. Mirjana Angelina bestreitet die eineinhalb Stunden als Monolog. Eine starke Leistung der Schauspielerin, sowohl künstlerisch als auch physisch. Die Vorstellung „Katharina – Lutherin zu Wittenberg“ vergangenes Wochenende im Ernst-Barlach-Theater reiht sich ein in viele Vorhaben der Güstrower Domgemeinde „auf dem Weg ins Reformationsjahr 2017“.


Exkursion zu Wurzeln der Reformation


Vor 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. „Natürlich gehörte eine Exkursion zu den Wurzeln der Reformation, nach Wittenberg, zu den ersten Vorhaben der Domgemeinde mit Blick auf das Jahr 2017. Wir planen noch eine zweite Reise, die aber noch nicht terminiert ist“, berichtet Christian Höser. Der Pastor verweist darauf, dass sich die Domgemeinde schon seit geraumer Zeit auf 2017 vorbereitet. Als wichtigen Abschnitt sieht er dabei die öffentliche Lesung der gesamten Bibel über die Passionszeit 2015. „Das Verdienst Luthers besteht ja auch darin, dass er mit seiner Übersetzung der Bibel ins Deutsche unsere Sprache wesentlich geprägt hat“, betont er. In die kleine Reihe „Frauen in der Reformationszeit“ gestellt, sieht er die gleichnamige Ausstellung im Dom, die Aktion „Mit Elisabeth unterwegs“ zum MV-Tag und gewissermaßen als Abschluss das Theaterstück über Katharina von Bora.

Im Oktober ist eine ökumenische Bibelwoche geplant, in der sich Glieder von Kirchgemeinden der Stadt über das Reformationsthema austauschen werden. Auch für 2017, im Jubiläumsjahr, ist in der Passionszeit wieder eine spektakuläre Aktion vorgesehen. „Wir werden über 40 Tage gemeinsam 40 Kapitel der Bibel unter dem Thema ‚Expedition in die Freiheit’ lesen und uns einmal in der Woche darüber austauschen“, verspricht Höser. Geplant ist auch die Feier einer deutschen Messe als klassischer Gottesdienst, wie ihn Martin Luther zu seiner Zeit entwickelt hat. „Und natürlich werden wir am 31. Oktober den Reformationstag mit einem Gottesdienst feiern“, beschließt Höser die noch unvollständige Aufzählung geplanter Vorhaben.

In Mecklenburg-Vorpommern kamen die Ideen der Reformation mit einigen Jahren Verspätung an. Erste Aktivitäten in Güstrow gab es in der Heiliggeistkirche, wo 1524 die erste lutherische Predigt gehalten wurde. In die Pfarrkirche zog der Geist der Reformation 1533 mit der ersten protestantischen Predigt ein. In den Folgejahren entwickelte sich eine nicht immer harmonische Parallelität zwischen Katholiken und Protestanten. Im Dom wurde die Wende zur Reformation mit der Auflösung des Kollegiatstifts 1552 eingeleitet. Nach zehnjährigem Leerstand ließ Herzogin Elisabeth von Dänemark, die Frau von Schlosserbauer Ulrich, die Kirche restaurieren und zum protestantischen Gotteshaus umbauen. Offiziell eingeführt worden war die Reformation in Mecklenburg erst 1549 durch einen Beschluss des Landtags, der über Jahrhunderte an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg seine Tagungen abhielt.  


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen