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SVZ-Wochenend-Interview : Auf Suche nach Konfirmanden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

20 Fragen an Jonas Görlich: Der gebürtige Braunschweiger ist seit 2015 Pastor der Kirchengemeinde Lohmen.

Jonas Görlich, geboren 1983 in Braunschweig, studierte evangelische Theologie in Münster und Berlin, absolvierte sein e praktische Ausbildung zum Pastor im kleinen Ort Hondelage zwischen Wolfsburg und Braunschweig und ist seit Februar 2015 Pastor der Kirchengemeinde Lohmen. „Nach Mecklenburg hat mich die Liebe gebracht“, sagt Görlich. „In Berlin habe ich in einer WG mit zwei Mecklenburgerinnen und einem Mecklenburger gewohnt. Da wurde man schnell auf die Schönheit und Vorzüge des Bundeslandes geeicht. Aus einer Mitbewohnerin von damals ist meine Mitbewohnerin von heute geworden.“ In Lohmen fühlt sich der Pastor nach eigenen Angaben „pudelwohl“.
 

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Der Steg am Lohmener See hat es mir angetan. Besonders wenn es abends ganz windstill ist, kann man dort wunderbar sitzen, auf das Wasser schauen und die Zeit vergessen. So einen Ort sucht man in der Stadt vergebens.


Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?

Man muss gar nicht Bürgermeister sein, um etwas zu ändern. Das kann jeder! Aber wenn ich es wäre, würde ich auf jeden Fall den Termin des Osterfeuers in Lohmen von Gründonnerstag auf Karsamstag verlegen, damit diejenigen, denen es wichtig ist, bewusst die Karwoche zu erleben, das auch können.
 

Wo kann man Sie am ehesten treffen?

Ich sitze viel am Schreibtisch und viel im Auto. Besuche Menschen zu Geburtstagen oder wenn sie krank sind. Wer mir verlässlich begegnen möchte, sollte zu einem Gottesdienst unserer Kirchengemeinde kommen.
 

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich war 14 Jahre alt. In direkter Nähe zu meinem Elternhaus steht eine katholische Kirche. Als ich hörte, dass dort jemand gesucht wird, um mit einem Rasenmähertraktor die Wiese rund um die Kirche kurz zu halten, wusste ich, das ist mein Job. Einige Male fuhr ich stolz meine Runden, bis es plötzlich laut knirschte und ich den frisch gepflanzten Apfelbaum der Partnergemeinde abgemäht hatte.
 

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich erinnere mich nicht. Aber ich habe keinen neuen Apfelbaum gekauft.


Was würden Sie gerne können?

Ich würde gerne Akkordeon spielen können. In regelmäßigen Träumen sitze ich mit Freunden im Pfarrgarten in Lohmen und spiele argentinische Tangos, während einige tanzen und überall entspannte Geschäftigkeit herrscht.


Was stört Sie an anderen?

Ich mag es nicht, wenn sich Menschen keine Schwächen zugestehen können. Ich finde Menschen, die aus Schwächen kein Geheimnis machen, oft viel nahbarer.


Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Ich habe mir vor einigen Tagen eine dunkelbraune Saatkugel in den Mund gesteckt, weil ich dachte, es wäre ein Osterei.


Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Ich habe einer streunenden Katze Futter gegeben. Jetzt werde ich sie nicht mehr los, obwohl ich nie eine Katze haben wollte.


Wer ist Ihr persönlicher Held?

Meine Helden sind die vielen Menschen, die sich auf unseren Dörfern engagieren: Glocken läuten, Menschen besuchen, Aufräumen, Ideen spinnen und vieles mehr. Diese Menschen halten die Dörfer lebendig.


Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese gerade von Julia Person „Esel: Ein Portrait“ – Lesenswert nicht nur für Eselfans!


Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Ich gehöre zu der großen Gruppe Menschen, die Sonntagabend das Wochenende mit einem Tatort oder Polizeiruf ausklingen lassen.
 

Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?

Wer war Deutscher Meister 1967? Eintracht Braunschweig! Wann immer sich die Möglichkeit ergibt, gehe ich zu Spielen der Eintracht und so ein Stadionbesuch ist ja auch ein bisschen wie Karneval.
 

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Einen Konfirmanden im Gottesdienst.


Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

Gerade finde ich Rote Bete total super. Mein Geheimrezept ist ganz einfach: Rote Bete klein schneiden, mit Öl bestreichen und ab in den Ofen. Dazu kann man sich irgendeinen Dip machen – fertig! Das ist weder griechische, italienische oder chinesische Küche – das ist primitive Küche. Aber es schmeckt!


Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

„Ich möchte eine kleine Wirtschaft führen, am Rand der Stadt schon, …“ Die vertonten Gedichte des österreichischen Lyrikers Theodor Kramer liegen mir am Herzen. Vor allem Hans-Eckard Wenzel hat ganz wunderbare Arrangements geschaffen. „Die Wirtschaft am Rand der Stadt“ ist mein Sehnsuchtsort – das ist keine Erinnerung, sondern immer wieder aufs Neue schön.
 

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?

Am schönsten ist es, Zeit geschenkt zu bekommen. Letzte Woche waren gute Freunde zu Besuch in Lohmen. Das waren intensive Stunden und ein großes Geschenk.
 

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Ich möchte gerne mit dem Rucksack in den Karpaten oder mit dem Kanu im Baltikum unterwegs sein.
 

Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentner?

Als Rentner?! Ich habe gerade mal ein Jahr Beruf hinter mir. Ich plane vieles, aber über meine Zeit als Rentner habe ich noch keine Sekunde nachgedacht.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?

Ich wünsche mir, dass sie Frau Krahn aus der Rehabilitationsklinik „Garder See“ diese Fragen stellen. Sie hat viele Jahre lang mit Leidenschaft das kulturelle Programm der Rehaklinik organisiert und geht in den nächsten Wochen in den Ruhestand. Sie kann, anders als ich, wirklich alle Fragen beantworten.











 

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