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Austausch mit Ukraine : Auf Inselsee Krise kurz vergessen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ukrainische Studenten zu Gast in Güstrower Verwaltungsfachhochschule / Ukrainische Dozentin: „Wir wünschen uns Frieden“

Nach einer Woche Aufenthalt in Güstrow treten heute 18 Studenten und zwei Dozenten aus der Ukraine wieder die Heimreise an. Seit mehr als zehn Jahren bestehen zwischen der Staatlichen Akademie für Öffentliche Verwaltung, Regionalinstitut Lviv, dem früheren Lemberg, und der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege der Barlachstadt enge Kooperationsbeziehungen.

Ein wesentlicher Teil dieser Zusammenarbeit ist der gegenseitige Besuch, bei dem die Partner vor Ort die Verwaltungsstrukturen und Ausbildungsmöglichkeiten kennen lernen. Eine Diskussion in der Kreisverwaltung sowie Gespräche in der Verwaltungsfachhochschule waren denn auch Teile des Programms. Daneben lernten die ukrainischen Gäste die Barlachstadt kennen, besuchten Rostock und Schwerin und nahmen an Veranstaltungen teil. Ein Höhepunkt war ein Drachenbootrennen zwischen ukrainischen und deutschen Studenten. Doch nicht nur fachliche Fragen und der gemeinsame Spaß spielten in Güstrow eine Rolle, sondern auch die schweren Probleme in der Ukraine selbst.

Dabei schilderte Bohumyla Lesechko, Leiterin des Lehrstuhls für Fremdsprachen, die Situation in ihrer Heimat. „Wir kommen aus dem Westen der Ukraine. Dort ist es ruhig, es wird nicht geschossen, aber den Krieg in unserem Land spüren wir alle“, sagte sie. Am meisten, so die Dozentin, leiden die Kinder aus den Familien, die vor dem Krieg aus dem Osten flüchten mussten. Sie werden aus ihrer gewohnten Umgebung, aus Schulen oder Kindertagesstätten herausgerissen und müssen sich neu orientieren. Hinzu kämen die Sorgen der Eltern, die sich um Wohnung und Arbeit kümmern müssten und das spürten auch die Kinder. In Lemberg haben die Behörden ein Heim eingerichtet, in dem die Eltern ihre Kinder zeitweise unterbringen können, um das Leben der Familie neu zu organisieren. Auch Studenten des Instituts helfen dabei mit, den Kindern den Aufenthalt zu erleichtern. So habe man eine Weihnachtsfeier organisiert, bei dem die anfangs gute Stimmung bald in Tränen umgeschlagen sei. „Den Kindern fehlten die Eltern“, erzählte Lesechko. „Wir wünschen uns Frieden. Das wäre doch auch für die Menschen in Russland viel besser“, fügte sie an.

Am Regionalinstitut Lviv werden unter anderem Verwaltungsbeamte ausgebildet, etwa 100 im Direkt- und 200 im Fernstudium. Dazu laufen zahlreiche Fort- und Weiterbildungskurse, ähnlich wie in Güstrow. Außerdem gibt es Direkt- und Fernstudenten, die im Verwaltungsmanagement ausgebildet werden.

Übrigens, ein Rennen auf dem Inselsee fand am Ende doch nicht statt. Vor allem zählte der Spaß, den die ukrainischen und deutschen Studenten auf dem Wasser hatten. Zuvor hatten Uwe Kunkel und Maik Dieterich vom Kanusportverein (KSV) Güstrow beiden Teams die Grundlagen dieser Sportart in einem Schnellkursus beigebracht.  



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