Zehna : Auf der Suche nach dem FDJ-Hemd

Sammelt für eine neue Ausstellung Relikte und Symbole aus dem Schulalltag in der DDR: Schulleiter Karsten Hill.
Sammelt für eine neue Ausstellung Relikte und Symbole aus dem Schulalltag in der DDR: Schulleiter Karsten Hill.

Ausstellung zum Schulalltag in der DDR in Regionaler Schule Zehna geplant.

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04. Juli 2018, 12:00 Uhr

Jungpioniere, FDJ, keine Meinungs- und Reisefreiheit, Polizeigewalt, Stasi – „Alles was die DDR-Diktatur ausgemacht hat, gerät in Vergessenheit“, ist Karsten Hill überzeugt. Doch seine 340 Schüler sollen nicht vergessen, was in 40 Jahren DDR passiert ist, wünscht sich der Schulleiter der Regionalen Schule Zehna. Deshalb arbeiten er und seine Kollegen bereits an einer neuen Ausstellung über Schule in der DDR. Als ständige Ausstellung will Hill diese Auseinandersetzung mit der jüngsten Geschichte in Zehna etablieren.

Auch die Symbole der DDR seien immer weniger bekannt, hat Hill festgestellt. „Für die Jugendlichen ist das alles heute kaum noch vorstellbar. Für sie erscheint diese Zeit so weit weg. Die Eltern, die heute ihre Kinder in unsere Schule bringen, gehören teilweise schon selbst der Nachwendegeneration an“, sagt er. Der Schulleiter verfolgt mit dieser Ausstellung einen ganz klaren Aufklärungsanspruch: „Die Jugendlichen sollen es zu schätzen wissen, was es bedeutet, in Freiheit zu leben. Sie sollen es nicht als gegeben hinnehmen, denn es war auch mal anders hier.“

Die neue Ausstellung soll konsequent durch den Geschichts- und Sozialkundeunterricht in Zehna begleitet und gemeinsam mit den Schülern aufgearbeitet werden. „Das Thema ist wichtig und muss in der Schule behandelt werden“, sagt Hill. Noch aber sammeln er und seine Kollegen „Relikte aus der DDR“, wie er sagt, um die Ausstellung so anschaulich wie möglich zu machen. „In unserem Keller habe ich zum Beispiel viele Fahnen zum 1. Mai gefunden“, sagt Hill. Aber die Schule braucht mehr: „Ich habe noch kein FDJ-Hemd. Keiner scheint mehr eines zu Hause zu haben.“ Hinzu kommen sollen Alltagsgegenstände, Schulbücher, Partei- und Gewerkschaftssymbole, Pionier- und FDJ-Symbole. Wer noch Ausstellungsgegenstände hat, kann sich jederzeit in der Schule in Zehna melden. „Wir sind dankbar für jede Unterstützung, damit wir unseren Schülern diesen Teil der deutschen Geschichte besser und anschaulicher erklären können“, sagt Hill.

„Freiheit“ ist für den Schulleiter ein zentraler Begriff bei der Ausstellung. „Man muss sich für Freiheit einsetzen und sie mit Leidenschaft verteidigen“, sagt Karsten Hill.

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