Mittsommer-Remise : Auf der Spur historischer Bauten

Falknerin Yvonne Legetth aus Dettmannsdorf mit der einjährigen Uhu-Dame Ceana vor der Kulisse des Herrenhauses in Vogelsang.
1 von 4
Falknerin Yvonne Legetth aus Dettmannsdorf mit der einjährigen Uhu-Dame Ceana vor der Kulisse des Herrenhauses in Vogelsang.

58 Guts- und Herrenhäuser luden am Sonnabend zur Mittsommer-Remise ein – Kulturschwärmer kamen bei einem buntem Programm auf ihre Kosten.

von
19. Juni 2016, 21:00 Uhr

Wieder einmal strömten hunderte Gäste in die Guts- und Herrenhäuser der Region, denn es wurde zur inzwischen neunten Auflage der Mittsommer-Remise eingeladen. Zu Beginn beteiligten sich gerade einmal zwölf Häuser an der Veranstaltung – doch von Jahr zu Jahr wurden es mehr. So begrüßten die Gutsherren von fast 60 Häusern in den Regionen Mecklenburger Parkland, Mecklenburgische Schweiz, Mecklenburgische Seenplatte und Recknitz-Aue am Sonnabend, dem Tag der Sommersonnenwende, die neugierigen Besucher.

Von Beginn an dabei ist das Herrenhaus in Vogelsang. Als Robert Uhde hier vor wenigen Jahren mit der Sanierung begann, war das neugotische Haus im Tudorstil aus der Mitte des 19. Jahrhundert in einem desolaten Zustand. Baulichen Misseingriffe, Vandalismus sowie Dach- und Fensterschäden mit Wassereinbrüchen schadeten dem alten Gemäuer erheblich. Ein starker Schwammbefall und Deckendurchbrüche waren die Folge. „Um es so aussehen zu lassen, wie es jetzt ist, steckt viel Arbeit drin“, sagt Robert Uhde, der seit 2010 hier werkelt und gesteht, dass er das Haus erst einmal gar nicht mochte. Inzwischen sehe er es aber als einen geborenen Veranstaltungsort, eine Varietébühne. „Das haben wir auch beim Victorian Art Festival am vergangenen Wochenende mit mehr als 500 Gästen wieder gesehen“, sagt Hausherr Robert Uhde, der ebenfalls Geschäftsführer der Rostocker Agentur Sphinx ET, die die Mittsommer-Remise veranstaltet.

Für die Mittsommer-Remise hatte sich dieser ein umfangreiches Programm mit Führungen, Kutschfahrten, einer Vernissage und der Falknerin Yvonne Legetth einfallen lassen. „Vor dieser Kulisse ist die Falknerin eine besondere Bereicherung für die Veranstaltung“, lobt der Hausherr. „Ich bin jetzt zum zweiten Mal hier und bin begeistert“, sagt die Falknerin kurz vor ihrer faszinierenden Show mit dem Lannerfalken „Sadheki“ und der Uhu-Dame „Ceana“.

Weniger tierisch ging es indes im Dersentiner Gutshaus „La Dersentina“ zu. Gutsherr Sönke Johannsen führte bereitwillig durch das Haus, das er inzwischen im neunten Jahr saniert. Obgleich er das Obergeschoss aussparte, denn „wir haben Gäste“, entschuldigte sich Johannsen. Das Haus zu kaufen sei für ihn eine reine Bauchentscheidung gewesen. „Irgendwann habe ich auf einer Auktion gesessen, die Hand gehoben und dann war es meins“, erinnert er sich zurück. Vieles habe er seither in Eigenleistung gemacht. „Als ich das Haus kaufte, war es in einem ähnlichen Zustand wie Vogelsang – vielleicht nicht ganz so schlecht. Das erste Jahr habe ich ausschließlich mit der Sanierung des Daches verbracht“, erzählt Sönke Johannsen.

Im Park habe zudem das Unkraut mannshoch gestanden. „Das stimmt“, pflichtet ihm eine Besucherin bei der Parkführung bei. Man habe selbst das Gutshaus vor lauter Unkraut kaum gesehen. „So schön wie jetzt hat der Rasen tatsächlich nie ausgesehen“, sagt der Gutsherr mit einem Lächeln, während er auf den besonderen Baumbestand hinweist. „Diese Eibe und die Platane daneben sind Naturdenkmale“, deutet er auf die staatlichen Bäume, beendet unter ihrem Blätterdach den kurzen Rundgang und lädt seine Gäste zu einem argentinischen Steak vom Grill ein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen