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Güstrower Anzeiger

21. November 2017 | 04:00 Uhr

Kultur regional : Auf der Couch ins Museum

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Virtuelles Landesmuseum für Mecklenburg gestartet / Güstrow mit 66 Exponaten dabei

von
erstellt am 16.Dez.2014 | 22:00 Uhr

Seit zwei Wochen ist ein Museumsbesuch im Renaissanceschloss, in der Ernst-Barlach-Stiftung oder im Güstrower Stadtmuseum vom Sofa aus möglich. Voraussetzung ist ein Tablet mit entsprechendem WLAN-Zugang oder Vertrag, kaum unbequemer geht es natürlich auch am heimischen PC. Möglich macht das das „Virtuelle Landesmuseum Mecklenburg“, das am 4. Dezember an den Start ging.

Während der östliche MV-Teil seine eigene Schau im Pommerschen Landesmuseum Greifswald habe, fehle eine solche Einrichtung für Mecklenburg, begründete Regine Marquardt, Geschäftsführerin der Stiftung Mecklenburg, das Vorhaben. Rund drei Jahre haben Historiker, Fotografen, Texter und Programmierer deshalb unter der Regie von Dr. Wolf Karge, Ehrenvorsitzender des Museumsverbandes, an dem Projekt gearbeitet. Damit wird der Traum von einem Landesmuseum für den mecklenburgischen Teil von M-V immerhin schon mal als Internetpräsenz Wirklichkeit. Aufbauend auf vor zehn Jahren installierten computergestützten Terminals über die Landesgeschichte von Mecklenburg-Schwerin initiierten der Museumsverband und die Stiftung Mecklenburg ein Projekt für die gesamte Geschichte der Mecklenburgs.

So gibt unter www.landesmuseum-mecklenburg.de eine Kartenübersicht aller 28 beteiligten Museen im westlichen und mittleren Landesteil – vom Mühlenmuseum Woldegk im Osten bis zum Grenzhus im Westen, vom Kunstmuseum Ahrenshoop im Norden bis zur Festung Dömitz als südlichsten musealen Punkt. Im Herzen ist Güstrow verzeichnet. Neben der Ernst-Barlach-Stiftung steht da „Museum Güstrow“. Gemeint sind wohl das Staatliche Museum Renaissanceschloss und das Stadtmuseum. Offenkundig ein Lapsus, der gestern nicht aufklärbar war. Jedenfalls, fragt man unter „Zum Projekt“ nach „Güstrow“, werden 66 Stichworte aufgelistet. Zu finden sind aus allen drei Einrichtungen Autorenbeiträge, mit denen sich Volker Probst (Barlachstiftung), Regina Erbentraut (Schloss) und Iris Brüdgam (Stadtmuseum) an dem Projekt beteiligten. Die haben herausragende Exponate aus ihren Sammlungen zusammengetragen und dargestellt. Zu sehen sind da Fotos von Exponaten, kurze historische Abrisse, diverse Hinweise auf die Museen. Unter verschiedenen Rubriken – Politik, Dynastie, Kunst und Architektur, Religion… – sind so für das ganze Mecklenburg die historisch relevantesten Daten zu finden, die im Zusammenhang mit Exponaten die Landesgeschichte erlebbar machen sollen. Der Clou: Viele der rund 300 virtuellen Ausstellungsstücke sind sogar dreidimensional abgebildet. Fotograf Gerald Freyer: „Der User kann ganz dicht ans Objekt heran, es rundherum wie mit einer Lupe genau ansehen, während Objekte in richtigen Museen oft nur durch Glasscheiben aus sicherer Entfernung betrachtet werden können.“

Ziel des Projektes ist es natürlich nicht, die potenziellen Museumsbesucher vor den Computerbildschirm zu fesseln. Das Gegenteil ist beabsichtigt: Appetit machen auf das Original, zu einem Museumsbesuch vor Ort oder auch anderswo im Land animieren. Dazu können sich die Nutzer nach ihren eigenen Vorstellungen schon vorher mal gezielt über inhaltliche Schwerpunkte der Museen informieren.

Rund 200  000 Euro, teils aus Fördermitteln, wurden für das Programm bereit gestellt, jährlich soll es 50  000 Euro kosten. Ob es mit dem neuen Angebot gelingt, mehr Menschen für die realen Museumsschätze zu interessieren, muss sich freilich erst zeigen.

 

 

 

 

 

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