Domgemeinde Güstrow : Auch ruhig mal zum Affen machen

Mit „Bufdi“ Jonathan Seppmann öffnen sich wieder die Türen im Schülertreff „Ju:Dom“ in Güstrow.
Foto:
Mit „Bufdi“ Jonathan Seppmann öffnen sich wieder die Türen im Schülertreff „Ju:Dom“ in Güstrow.

Seit diesem Monat ist Jonathan Seppmann der neue Bundesfreiwillige der Domgemeinde Güstrow und damit verantwortlich für den Schülertreff

svz.de von
19. September 2015, 06:00 Uhr

Seit kurzem hält Jonathan Seppmann die Zügel des Schülertreffs „Ju:Dom“ in Güstrow in der Hand – und auch die Schlüssel wurden ihm vertrauensvoll übertragen. „Ich habe überhaupt zum ersten Mal in meinem Leben einen Schlüssel, bei uns zu Hause war es immer offen“, erzählt der neue Bundesfreiwillige der Domgemeinde Güstrow. Und offen ist sein zu Hause in Loiz im doppelten Sinn, denn seine Eltern betreiben dort das christliche Gästehaus Beth-Emmaus. „Man hatte immer viel Kontakt mit Menschen. Selbst wenn man nur ein Stück Kuchen essen wollte, hat man jemanden getroffen“, erzählt der 18-Jährige.

Jetzt freut er sich über die neuen Möglichkeiten in Güstrow, die ein Dorf mit 50 Einwohnern einfach nicht bieten kann. Für zehn Monate wird Jonathan den Schülertreff „Ju:Dom “ leiten und auch andere anfallende Aufgaben in der Gemeinde übernehmen. Sein Vorgänger, Lorenz Garbe, hatte den Schülertreff im Domgemeindehaus ins Leben gerufen, der es durch die Nähe zum John-Brinckman-Gymnasium möglich macht, die Pausen abseits von der Schule zu verbringen.

„Meine Hauptaufgabe ist es nun , die Räume offen zu halten und mich darum zu kümmern, dass alles glatt läuft“, sagt Jonathan Seppmann. Was das genau bedeutet lässt er erstmal auf sich zu kommen: „Ich glaube das ist viel learning by doing.“ An fehlenden Ideen und den vorhandenen Gegebenheiten dürfte die Aufgabe nicht scheitern: „Wir haben viele Möglichkeiten durch diesen Ort, es gibt zum Beispiel einen Kicker, eine Küche und einen Raum zum chillen“, berichtet der Freiwillige. Er hat auch schon eine Liste mit Ideen vorbereitet, eine davon ist, Stadionlichter am Kicker anzubringen. Der „Ju:Dom“ öffnet immer zur Mittagspause der Schule seine Pforten. Dann bleiben die Schüler entweder bis zum Ende der Pause oder verbringen auch den Nachmittag dort. „Das Anliegen ist es, eine Schnittstelle zu schaffen, zwischen der Domgemeinde und den Leuten außerhalb. Wir können den Raum gemeinsam nutzen, um Spaß zu haben und die Distanz zum Dom zu überwinden“, erklärt der Jugendliche.


Überredung brauchte nicht lange


In der Übergangszeit, in der kein Freiwilliger da war, mussten sich die Schüler im Treff selbst organisieren und kennen sich entsprechend gut aus. „Die Schüler sind schon ein Jahr da und ich bin jetzt der Neue“, sagt Jonathan Seppmann und lacht. Er selbst hat in diesem Jahr seine Schulzeit in Sternberg mit dem Abitur beendet. Die Domgemeinde ist ihm keinesfalls unbekannt, denn seit zwei Jahren geht er regelmäßig zu den Treffen des Jugendkreises in Güstrow. Dabei traf er auch den ehemaligen Bundesfreiwilligen und dachte seitdem über die Einsatzstelle nach. Dann habe ihn Gemeindepädagogin Sarah Kerstan angesprochen und seine Entscheidung war gefallen.

Was die Zukunft danach für ihn bringt, weiß Jonathan Seppmann noch nicht so genau. „Ich möchte irgendwann einen Job finden, der richtig passt. Mit dieser Gewissheit wäre ich schon zufrieden“, sagt der bescheidene 18-Jährige. Eine Möglichkeit für ihn könnte das Ingenieurwesen sein, ,,aber vielleicht ändert sich in diesem Jahr alles und ich möchte dann doch eher mit Menschen arbeiten“, überlegt der neue Helfer der Gemeinde. Verständlich, dass die Entscheidung schwer fällt, denn neben Technik und Physik kann sich der Abiturient z. B. auch für Musik begeistern: „Ich spiele Klavier und Gitarre und höre unglaublich gerne Musik.“ Auch der Humor wird im „Ju:Dom “ in Güstrow sicherlich nicht zu kurz kommen: „Ich schrecke nicht davor zurück, mich auch mal zum Affen zu machen, wenn mir etwas Spaß macht. Neben der Zusammenarbeit mit Gemeinde und Schülern freue ich mich darauf, auch lustige Projekte zu starten.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen