Güstrow : Attacke auf „Teppichhaus“

Die Güstrower Wehrleute bei ihrem Einsatz Montagabend am „Teppichhaus“ l

Die Güstrower Wehrleute bei ihrem Einsatz Montagabend am „Teppichhaus“ l

Unbekannte verteilen „bestialisch stinkende“ Flüssigkeit. Ältere Frau musste ins Krankenhaus

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16. Januar 2018, 07:58 Uhr

Eine Attacke auf das Haus Am Berge 13 in der Güstrower Altstadt gibt Rätsel auf.  Am Montagabend, gegen 19.30 Uhr, erhielt die Polizei die Information, dass eine Anwohnerin Am Berge in Güstrow einen „bestialischen Gestank“  im Hausflur des Mehrfamilienhauses festgestellt habe. Sie habe auch  eine zerbrochene Ampulle gefunden, berichtete die Anwohnerin. Die daraufhin alarmierte Feuerwehr führte Messungen zu möglichen Gesundheitsgefahren durch, sicherte eine Probe der unbekannten Flüssigkeit und führte eine fachgerechte Reinigung durch.

Die Messungen ergaben, dass keinerlei Gefahr für die Anwohner bestand, berichtete die Polizei am Dienstag. Allerdings musste eine 79-jährige Anwohnerin  dennoch in ein Krankenhaus, weil sie bei  der ganzen Aufregung   Kreislaufprobleme bekam.

Bei der Befragung der Anwohner stellte sich heraus, dass kurz zuvor  eine Gruppe Jugendlicher vor dem Haus gesehen wurde. Ob diese mit der Tat in Verbindung gebracht werden können, sei derzeit unklar. Die Polizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall machen können, sich an die Polizei zu wenden. Hinweise nimmt die Polizei in Güstrow unter der Rufnummer 03843/2660, bei der die Internetwache unter www.polizei.mvnet.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Denn auch wenn durch die Substanz selbst niemand zu Schaden kam, werde wegen des Verdachts einer versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Ohne schon das Laborergebnis zu kennen, mutmaßt die Polizei, dass es sich um Buttersäure gehandelt haben könnte.

Das Haus Am Berge 13 ist in Güstrow als „Teppichhaus“ bekannt. Der für  Stadtgeschichte und Stadtbild am Rande der historischen Altstadt bedeutende, aber völlig heruntergekommene Baukörper schien  zur  Jahrtausendwende  verloren zu sein. In letzter Minute hat sich ein Investor zum Erwerb entschlossen und die mühselige und aufwendige Sanierung in die Hand genommen.Dafür konnte er auch erhebliche Fördermittel in Anspruch nehmen.   2009 konnten die ersten Mieter einziehen.

Gerüchte, dass der Eigentümer sich von der Immobilie trennen wolle, gibt es seit langem. Er habe sich mit der Sanierung am Ende wohl doch etwas übernommen, klang bei ihm selbst vor knapp drei Jahren im SVZ-Gespräch  nach Mieterbeschwerden wegen unvollendet gebliebener Hofanlagen durch. Verkaufsabsichten hatte er damals jedoch dementiert. Die Verkaufsgerüchte  indes hielten sich hartnäckig und angeblich, so  wüssten Hausbewohner, sollte doch der Verkauf vollzogen werden. Aufklärung dazu gab es am Dienstag nicht mehr. Ob die Attacke vom Montagabend damit im Zusammenhang steht, wäre Spekulation.

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