Asylbewerberheime: Kreis sucht weiter Standorte

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16. Januar 2013, 06:13 Uhr

Güstrow | Die Einrichtung eines Asylbewerberheimes am Waldweg in Güstrow ist noch immer nicht in trockenen Tüchern. Zwar habe das Innenministerium dem Vertrag zwischen Landkreis und Vermieter zugestimmt, informiert Rainer Boldt, doch streite man sich nun mit dem Anwalt des Vermieters um eine ganz bestimmte Formulierung im Vertragstext. Solange noch keine Baugenehmigung für die Umnutzung des Gebäudes vorliege, sieht der Dezernent der Kreisverwaltung die Situation noch nicht als kritisch.

Die Stadt, die dem Vorhaben positiv gegenüber steht, hat nun eine Änderung des Flächennutzungsplanes in die Wege geleitet. Auch dahinter stecke nicht etwa ein unerwartetes Problem, betont Bürgermeister Arne Schuldt. "Wir wollen nur rechtlich auf der ganz sicheren Seite stehen", erklärt Schuldt. Generell sei das Vorhaben am Waldweg zulässig. Im Flächennutzungsplan sei das Areal als Waldvermehrungsfläche gekennzeichnet. Dies aber sei in unmittelbarer Nähe zu einer Hochspannungsleitung ohnehin unrealistisch. An einer Änderung des Flächennutzungsplanes werde gearbeitet. Ein Beschluss der Stadtvertretung wird notwendig sein. Daneben sucht der Landkreis nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten, denn ein Heim am Waldweg mit 125 Plätzen reicht bekanntlich nicht aus (SVZ berichtete).

Auch Neubau wird von Kreis geprüft

Auf Nachfrage bestätigte Boldt, dass ein Areal an der Dr.-Külz-Straße im Gespräch sei. Dort hatte es von 2003 bis 2008 einen Containerbau für Asylbewerber gegeben. Der Bau ist inzwischen verschwunden, das Grundstück verkauft. Der Landkreis verfüge dort aber über ein Grundstück, der ehemalige Verkehrshof der Omnibus-Verkehrsgesellschaft. "Auch die Option eines Neubaus an der Stelle wird geprüft", berichtet der Dezernent und schränkt ein, dass er der Nutzung vorhandener Immobilien den Vorrang einräumen würde. Auch das Objekt an der Demmlerstraße - in der Vergangenheit bereits als Asylbewerberheim genutzt und nach dem Auszug von Projekten des Fördervereins Region Güstrow (FRG) lediglich noch durch die Güstrower Tafel genutzt - sei in der Prüfung, bestätigt Boldt. Er spricht noch von weiteren "sehr interessanten Optionen", die zusätzlich zum Objekt am Waldweg oder auch alternativ dazu denkbar wären. Im Dezember wurden dem Landkreis 30 Asylbewerber vom Land zugewiesen, die ausnahmslos in Bad Doberan untergebracht wurden. Damit sei das dortige Heim mit 160 Plätzen nun voll.

In diesem Jahr habe es bisher keine weiteren Zuweisungen von Flüchtlingen gegeben. Der Landkreis sei aber gewappnet. Von Wohnungsgesellschaften und von Gemeinden im ganzen Landkreis sei Unterstützung signalisiert worden, so dass Übergangslösungen für die Unterbringung von Flüchtlingen vorhanden seien. "Wir werden keine Zelte aufstellen müssen", betont Boldt.

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