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Krakow am See : Armutszeugnis und Ärgernis: „Hüdenhus“ zu

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Krakow am See: Stadtvertretung beschließt vorfristige Kündigung des Bimes-Pachtvertrages

svz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Das „Hüdenhus“ an der Seepromenade in Krakow am See bleibt ein Ärgernis für Krakower und Touristen, denn es wird über den Sommer nicht öffnen. Frühestens ab 1. Oktober wird es einen neuen Pächter geben. Das ist das Ergebnis des Beschlusses der Stadtvertretung Krakow am See am Dienstagabend in nichtöffentlicher Sitzung, das Sonderkündigungsrecht im Pachtvertrag mit der Bimes wahrzunehmen. Nach dem einstimmigen Beschluss, über den gestern Bürgermeister Wolfgang Geistert informierte, wird der Vertrag zum 30. September aufgelöst.

Grund ist, dass das „Hüdenhus“ seit Jahresanfang leer steht und von der Bimes nicht wie vertraglich ausgemacht betrieben wird. Der Pachtvertrag besagt, dass die Stadt vorfristig kündigen kann, wenn die Gaststätte länger als sechs Monate geschlossen bleibt. Davon geht die Stadtvertretung aus. Unbenommen davon erhebt die Stadt seit April die doppelte Pacht von der Bimes. Das ist nach einer dreimonatigen Schließung möglich.

Zum 1. Oktober wird die Stadt per Ausschreibung für die nächsten zwölf Jahre einen neuen Pächter suchen. Verpachtet werden das gesamte Gelände an der Seepromenade mit dem Fischladen, dem „Hüdenhus“, dem „Hüden“ sowie der Krakower See und der Altdorfer See sowie das Fischereirecht. Bei einer Trennung des „Pachtgegenstandes“ (Binnenfischerei, Gaststättenbetrieb) hätte die Stadt die Möglichkeit, selbst einen Gaststättenpächter zu suchen. Dazu müssten allerdings die Versorgungsleitungen getrennt werden. Dazu seien Angebote eingeholt, steht in der Begründung der Pachtvertragsänderung.

Die Bimes schließt nicht aus, dass sie sich an der Ausschreibung beteiligt. Geschäftsführer Guido Thies: „Wir sind seit der Wende Pächter und haben viel erreicht.“ Dass das „Hüdenhus“ jetzt zum Streitobjekt geworden ist, hängt mit dem Pachtzeitraum zusammen. Der wurde für die Bimes um zwei Jahre verlängert, bis Ende 2015. Versäumt wurde jedoch, das gibt Thies zu, den Unterpachtvertrag mit der Gaststätte zu verlängern. Ein Fehler, der hätte behoben werden können, auch wenn damals noch ein anderer Inhaber eine Rolle spielte. Aber jetzt nur bis Ende 2015 zu pachten, dieses Risiko wollte die bisherige Pächterin nicht eingehen und auch andere Interessenten sprangen deshalb ab. Thies sagt trotzdem, dass sich die Bimes bemühen werde, den Vertrag noch zu erfüllen. Die Sonderkündigung ist für ihn nicht durchdacht. Er verweist darauf, dass die Bimes gern um weitere zehn Jahre unter den jetzigen Bedingungen mit einer erhöhten Pacht weiter machen würde. Bürgermeister Geistert bestätigt: „Wenn die Gaststätte bis 30. September oder früher läuft, ist die Sonderkündigung nichtig.“

Krakower wie Christa Puls, die sich am Dienstagabend auf der Stadtvertretersitzung in der Einwohnerfragestunde aufregte, dass am „Hüdenhus“ nichts geschieht und dass es in nichtöffentlicher Sitzung diskutiert wird, fühlen sich jetzt bestätigt: Da ist durch die Stadt und die Stadtvertretung richtig was schief gelaufen. Denn eine herrlich gelegene Gaststätte direkt am See über den Sommer zu: Das geht nicht und ist nicht nur ein Ärgernis, sondern ein Armutszeugnis.


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