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Güstrower Anzeiger

21. November 2017 | 22:33 Uhr

Laage : Architektur zum Staunen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Wanderausstellung zu Werk und Leben von Paul Korff im Laager Rathaus eröffnet.

von
erstellt am 26.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Die Arbeit des in Laage geborenen Architekten Paul Korff wurde erstmals umfassend aufgearbeitet. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten sind nun in der am Mittwochabend eröffneten Wanderausstellung „Paul Korff - Ein Architektenleben“ im Rathaus Laage zu sehen. Die Ausstellungseröffnung umfasste auch eine Vorstellung des gleichnamigen Buches.

Der in Laage geborene Architekt hat in Laage und in der Region viele Spuren hinterlassen. Auf sein Konto gehen u.a. der Wasserturm in Laage, das Denkmal für dei im Ersten Welkrieg Gefallenen, das Haus vom ehemaligen Bäcker Wegner in der Straße der Einheit und as ehemalige Landambulatorium an der Breesener Straße 1 in Laage, aber auch die Katholische Kirche in Güstrow das Gebäude der Industrie-und Handelskammer in Rostock. Er war zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Ostpreußen, im Baltikum, in Schlesien und im Rheinland tätig.


Kunsthistoriker seit 20 Jahren mit Korff befasst


In der Wanderausstellung können Besucher Korffs Wirken über die Jahrzehnte verfolgen. So findet sich auf einem Aufsteller eine Biografie des Architekten, der von 1875 bis 1945 lebte. Außerdem werden die wichtigsten von ihm entworfenen Bauwerke fotografisch und tabellarisch präsentiert.

Die Eröffnung nahmen die Herausgeberin des gleichnamigen Ausstellungsbandes Professorin Ulrike Volkhardt und Mitautor Alexander Schacht vor. Der Kunsthistoriker Schacht sammelt bereits seit 20 Jahren Archivalien zu Korff. Er betonte in seinem Vortrag, dass Korff mehr als vier Jahrzehnte seinen Lebensmittelpunkt in Laage hatte und trotz Fehlen einer akademischen Vorbildung zu überregionaler Anerkennung fand. Die Forschung im Rahmen des Buches sei zwar möglichst umfassend, aber nicht als vollständig zu begreifen. Ein Planungsverzeichnis sei nicht überliefert.


Architekt schlief auf Reisen im Auto


Peter Paul Gätjen, der 90-Jährige Enkel des Architekten beantwortete manche Frage, u.a nach der ungeheueren Produktivität seines Großvaters. „Mein Großvater nutzte das Telefon und die Post viel. Im Auto war er oft unterwegs und hatte sich im Kofferraum eine Schlafmöglichkeit für zwei Personen ausgebaut.“ Wesentlich sei aber auch gewesen, dass er auf seine Mitarbeiter vor Ort hätte zählen können.

Andreas Pieper, Eigentümer der Korff’schen Villa in der Laager Bahnhofstraße betonte die Qualität der Bausubstanz der Korff’schen Villa, ein zu seiner Zeit sehr modernes Bauwerk u.a. mit einer Schwerkraftheizung. Auch habe Korff in seinem eigenen Haus Verschiedenes getestet. So habe er verschiedene Farbmuster gefunden. Fritz Bartels erinnert sich noch an den Sohn Paul Korffs, Leonhard Korff. „Als Kinde hat er zuweilen meine Mutter besucht“, erinnert sich der Laager. „Eine schöne Ausstellung und eine tolle Vernissage“, fügt der Laager hinzu. Die Ausstellung ist bis zum 2. Januar zu den Öffnungszeiten des Rathauses oder nach Vereinbarung zu sehen.

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