Güstrower Domplatz : Architektonischer Balanceakt

Güstrows stellvertretender Bürgermeister Andreas Brunotte (l.) scherzt mit WGG-Geschäftsführer Jürgen Schmidt über die harte Arbeit des Nageleinschlagens.
Güstrows stellvertretender Bürgermeister Andreas Brunotte (l.) scherzt mit WGG-Geschäftsführer Jürgen Schmidt über die harte Arbeit des Nageleinschlagens.

Neubau am Güstrower Domplatz gestern gerichtet - acht Wohnungen bereits vermietet.

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23. Februar 2018, 20:45 Uhr

Für die Maurer war es zuletzt ein hartes Stück Arbeit. Sie und die Zimmerleute haben es geschafft. Am Freitag wurde am Domplatz 18 Richtfest gefeiert. In der nächsten Woche aber werden die Arbeiten ruhen. Es ist einfach zu kalt. 2.2 Millionen Euro investiert die Wohnungsgesellschaft Güstrow (WGG) in den Neubau in exponierter Lage. Acht Wohnungen sollen ab Dezember bezogen werden können. Sie sind bereits vermietet.

„Für mich ist es der schönste Platz in Güstrow“, betonte WGG-Geschäftsführer Jürgen Schmidt. Und er sei froh, dass der Wohnungsgesellschaft die Aufgabe zugefallen sei, am Domplatz, dort wo ein Brand 2004 eine schmerzliche Lücke gerissen hatte, zu bauen. Zurückhaltend und modern, so Schmidt, sei der Bau, zeitgemäß in der Optik und der Ausstattung. Und doch habe er sich einfügen müssen in ein historisches Ensemble rund um den Dom. „Ich bin guter Dinge, dass wir das Projekt im Dezember abschließen können“, sagte Schmidt und blicke fragend auf die Architekten Jens-Peter Kruse und Udo Fliege. Ihr Nicken nahm er wohlwollend zur Kenntnis. „Darauf kann man sich verlassen“, betonte Schmidt.

Güstrow stellvertretender Bürgermeister Andreas Brunotte erinnerte an die Odyssee vom Brand 2004 über den Architektenwettbewerb, deren Ergebnis heftige Diskussionen auslöste, einer ersten Privatisierung und dem Rückkauf durch die Stadt bis zur Übertragung des Grundstückes an die Wohnungsgesellschaft Güstrow. „Ein potenter Bauherr“, betonte Romuald Bittl, Landkreis-Dezernent, der den erkrankten Landrat vertrat. Er machte darauf aufmerksam, dass die WGG bisher rund 80 Millionen Euro in die Erhaltung von Wohnraum und in Neubauten investiert habe. „Ich hoffe, dass die Nähe zum Dom die Bewohner des Hauses einst inspirieren wird“, wünschte sich Christian Höser, Pastor der Domgemeinde und damit unmittelbarer Nachbar.

Ihren Frieden wollen nun auch Brigitte und Wolfgang Ranis mit dem Neubau machen. Sie gehörten seinerzeit zu den größten Kritikern des Siegerentwurfs aus dem Architektenwettbewerb. „Eine grüne Regentonne als Dach. Das ging ja gar nicht“, sagt Brigitte Ranis. Ein bisschen skeptisch ist die Güstrowerin immer noch. „Wir warten mal ab, wie es fertig aussieht“, sagt sie und schaut hinauf zu den runden Dachsparren. Ein wenig abgewandelt, ist es nun doch der damalige Siegerentwurf des Architektenbüros Kruse und Fliege, der verwirklicht wird.

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