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Lohmen : Archäologischer Lehrpfad in Lohmen wieder belebt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Walter Kuhn setzte Idee mit der Ehrenamtsstiftung und weiteren Unterstützern um.

Der 85-jährige Güstrower Ronald Weinauge besuchte gestern mit seiner Enkelin Liane aus Dresden den Steintanz in Lenzen. Der gebürtige Thüringer ist profunder Kenner und Fan mecklenburgischer Landschaften und Sehenswürdigkeiten. So etwas wie ein Steintanz, den es noch in Boitin und in Kirch Rosin gibt, gehört für ihn ebenfalls dazu. Es war allerdings Zufall, dass beide bei ihrer Tour vermutlich die Ersten waren, die an dieser Station den wieder zu großen Teilen instand gesetzten Archäologischen Lehrpfad der Seeblick-Region sozusagen einweihten.

Dabei trafen sie auf Walter Kuhn und Jan Holze, Geschäftsführer der Ehrenamtsstiftung des Landes mit Sitz in Güstrow. Kuhn hatte die Idee, den in 15 Jahren zugewucherten Lehrpfad (siehe Kommentar) zu sanieren. Im Herbst kam dem Rentner dabei der Zufall zur Hilfe. Bei einem Besuch in Gerdshagen fand er eine Hinweistafel zum Kalkofen. Da erinnerte er sich, dass der Förderverein Region Güstrow 2001 den Lehrpfad gebaut hatte. Kuhn war der Projektleiter. Eine Station war der Kalkofen, eine vermutlich bis ins 19. Jahrhundert betriebene Kalkbrennerei. Aber er fand den Standort erst nach einer halben Stunde, von Büschen und Gras bedeckt. Da sagte er sich: „Der Lehrpfad muss saniert werden.“

Seit gestern ist der Archäologische Lehrpfad in der Lohmener Seeblick-Region wieder zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Pferd zu erleben. Walter Kuhns Einsatz hat sich gelohnt. Geholfen haben ihm dabei die Ehrenamtsstiftung mit rund 2000 Euro Fördergeld, die Gemeinde Lohmen mit ihren Gemeindearbeitern, der Hagebaumarkt und der Kulturverein Herz Mecklenburg.

Mit vereinten Kräften wurden Bruchhölzer gesammelt, neue Handläufe errichtet, Wege erneuert, Grenzsteine markiert, der Zugang zum Gräberfeld der Lohmener Stüde freigelegt sowie Infotafeln, Bänke und Sitzgruppen neu aufgestellt.


Tour startet im Dorfmuseum


Die Tour beginnt immer im Dorfmuseum, in dem es eine kleine Ausstellung zum Lehrpfad gibt. Weitere Stationen, die ausgeschildert sind, sind das Hügelgräberfeld Lohmener Stüde, der Kalkofen, die Grenzsteine und weitere Hügelgräber, das Großsteingrab bei Klein Upahl, der Rastplatz Dröger Kraug und der Steintanz Lenzen. Kurz vor dem Endpunkt Dorfmuseum ist die Reha-Klinik die letzte Station. Eine Vitrine informiert über die Bronzezeit, denn auf dem Gelände der Klinik wurde ein bronzezeitlicher Hof nachgewiesen. Daher ist auch sie ein Teil des Lehrpfades.

Der will vor allem das Leben in den zurückliegenden Jahrhunderten und Jahrtausenden reflektieren und zeigen, welche Schlüsse die archäologische Forschung aus den frühgeschichtlichen Bodendenkmalen zieht.

Alle Beteiligten wollen das Geschaffene aber nicht als Eintagsfliege sehen. „Es soll weitergehen“, resümierte Heinz Koch, Vorsitzender des Kulturvereins Lohmen. Dazu sind aber Arbeitskräfte, Geld, die Unterstützung der Forst und des Naturparks Sternberger Seenland, ein neues Faltblatt und Hinweise im Internet, u.a. auf der Webseite des Kulturvereins, nötig.

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