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Die Güstrower domschule : Archäologin arbeitet in Fundgrube

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Archäologin Stefanie Brüggemann arbeitet in der Güstrower Domschule in einer Fundgrube. Denn: Die Schule ist das älteste Schulgebäude Mecklenburgs, 1552 von Herzog Johann Albrecht gestiftet. Seit vergangenem Jahr wird das Haus saniert.

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erstellt am 27.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Die Archäologin Stefanie Brüggemann erläuterte die Baugeschichte der Güstrower Domschule (1552 durch Herzog Johann Albrecht gestiftet) als ältestem Schulbau Mecklenburgs und des nicht mehr existenten Treppenturms, schilderte die archäologischen Maßnahmen und deren Ergebnisse und stellte die besonderen Funde vor. Zukünftig sollen die Räumlichkeiten vom John-Brinckman-Gymnasium genutzt werden.

Aus den bisherigem Fundgut der archäologischen Untersuchungen im Erdgeschoss des Altbaus stechen die Kupferscherfe der 70er- und 80er-Jahre des 16. Jahrhunderts hervor. Diese Münzen würden fast im gesamten Erdgeschoss einen Umgang mit Kleingeld bezeugen, so Brüggemann. Eine mögliche Interpretation der zwei größeren Ofenanlagen und der Kleingeldfunde im Erdgeschoss der Domschule wäre die der Essensausgabe/Schulmensa.

Die Buchbeschläge des 16. Jahrhunderts weisen Lagerung und Gebrauch von Büchern nach. Die Domschule habe, so Brüggemann, mit ziemlicher Sicherheit eine eigene Bibliothek gehabt, die mit der Domschulbibliothek in Zusammenhang stand. Brüggemann: „Es ist anzunehmen, dass Teile der Domschulbibliothek den Grundstock der neuen Bibliothek bildeten.

Dass die Ofenkacheln mit ihrem humanistisch-nachreformatorisch geprägten Bildprogramm aus dem Abbruch mehrerer Kachelöfen der Domschule stammen, nimmt die Archäologin stark an. Ein weiteres Ergebnis ist, dass wahrscheinlich alle (Unterrichts-) Räume beheizbar waren. Die aktuellste dendro-chronologische Untersuchung im Erdgeschoss belegt, dass der (hölzerne) Innenausbau frühestens 1587 erfolgte. Die archäologischen Befunde bestätigen das.

Die älteste Gefäßkeramik datiert ins 14. Jahrhundert. In diese Bauphase gehört das engverlegte mittelalterliche Natursteinpflaster in der Nordostecke des Erdgeschosses. Es befand sich unter dem Fundament der Domschule und gehört zu einer Vorgängerbebauung des 14. Jahrhunderts.

Zu den wichtigsten Befunden zählt Brüggemann die Überreste mindestens zweier Heizanlagen und einen langzeitig genutzten Laufhorizont in Form eines Lehm-Estrichs. Bis auf die Ziegelstufen im alten Eingangsbereich gab es keine eindeutigen Befunde auf den Treppenturm im Boden.





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