Güstrow : Arbeiten in barockem Ambiente

Den Saal mit der restaurierten Wandmalerei zeigt Matthias Schulz (l.) seinem Ingenieurbüro-Partner Karl-Heinz Winter und den Mitarbeitern Benjamin Kroll, Sibylle Kuppe und Heidemarie Cordis (v.l.).
Den Saal mit der restaurierten Wandmalerei zeigt Matthias Schulz (l.) seinem Ingenieurbüro-Partner Karl-Heinz Winter und den Mitarbeitern Benjamin Kroll, Sibylle Kuppe und Heidemarie Cordis (v.l.).

Domstraße 14 und Kerstingstraße 4 in Güstrow saniert – zwei Büros und vier Wohnungen.

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01. Juni 2019, 05:00 Uhr

Die Farben lassen sich kaum beschreiben. Ist es Ocker oder Kies, mehr Blau oder Grün? Sie geben dem Raum eine ganz eigene Note, welche, das mag jeder Betrachter für sich entscheiden. Die Wandmalerei aus dem Spätbarock ziert einen großen Raum in der Domstraße 14. Die Sanierung des Hauses ist fast abgeschlossen. Die Mieter können ab heute einziehen.

„Es war schon eine besondere Herausforderung“, gesteht Matthias Schulz. 25 Jahre lang hatte das Gebäude leer gestanden. Entsprechend lang war die Liste der Bauschäden. „Ich erinnere mich an einen Maurer, der meinte, dass es ein schöner Platz für Parkflächen in der Güstrower Altstadt wäre“, erzählte der Bauherr – selbst vom Fach – bei einem Abschlussfest für Bauleute, Partner von Stadt und Landkreis und der Big-Städtebau sowie Kollegen aus seinem Schweriner Ingenieurbüro. Sehr, sehr viel musste erneuert werden. Der Schwammbefall sei ein besonderes Problem gewesen. „Wo es möglich war, haben wir alte Hölzer und Ziegel wieder verwendet und uns bei der Materialwahl außerdem auf historische und natürliche Baustoffe konzentriert“, erklärt Matthias Schulz und nennt den Kalkputz für die Fassaden sowie mineralische Dämmstoffe als Beispiele.

Die spätbarocke Ausmalung im Obergeschoss zeugt von einem repräsentativen Charakter das Hauses. Obwohl es erst 1781/82 gebaut worden war, handelt sich bei der Malerei bereits um eine zweite Fassung von 1789. „Vielleicht hat die erste dem Bauherren einfach nur nicht gefallen hatte“, dankt Matthias Schulz. Aufgegriffen wird an den Wänden mit großen Bildern über den Türen das Thema „vanitas“/„memento mori“ – die Vergänglichkeit allen Irdischen. Matthias Schulz betont ein große Lob an die Restauratoren: „Vier Monate dauerte die Sicherung, drei Monate die Restaurierung.“ Die Malerei im Haus, das die Familie des jüdischen Rechtsanwaltes Max Markus in den 1930er-Jahren verlassen musste, war danach unter Putz und Tapeten verschwunden. Künftig gehört der Raum zu einer der beiden Gewerbeeinheiten im Haus und wird als Beratungsraum genutzt werden, berichtet der Bauherr. Vier Wohnungen sind außerdem in der Domstraße 14 und der Kerstingstraße 4, die quasi eine Einheit bilden, entstanden.

Es bleiben nur noch die Hofeinfahrt und die Gestaltung des Hofes selbst. In der Einfahrt, so berichtet Matthias Schulz, soll das Fachwerk sichtbar bleiben. Das Pflaster werde lediglich aufgenommen und neu verlegt. Auf dem Hof wird Platz für drei Autos und Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder und Kinderwagen sein. Matthias Schulz: „Ende des Monats soll alles fertig werden, denn im Juli ist es zwei Jahre her, dass die Bauarbeiten begonnen haben.“

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