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Güstrower Anzeiger

18. Dezember 2017 | 04:25 Uhr

Obsternte : Apfelpresse steht nicht mehr still

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Obsternte in vollem Gange / Frank Fetkenheuer vom Güstrower Obsthof mit Mosterei hat alle Hände voll zu tun

von
erstellt am 29.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Bei Frank Fetkenheuer stapeln sich die Paletten mit randvoll gefüllten Apfelkisten. Auch Sonnabend herrschte wieder reger Betrieb auf seinem Güstrower Obsthof mit Lohnmosterei an der Schwaaner Chaussee. Hunderte Kleingärtner brachten ihre Äpfel vorbei. „Die kommen zu uns, weil sie den Saft aus ihren eigenen Äpfeln haben wollen und nicht irgendwelchen“, sagt der 50-jährige Güstrower. Denn das garantiert Fetkenheuer. Die Obsternte ist im vollem Gange – wegen der guten Witterung früher als im vergangenen Jahr.


40 000 Apfelbäume auf Güstrower Plantage


Auch Fetkenheuer hat bereits mit der Ernte auf seiner 25 Hektar großen Plantage begonnen. Mehr als 40 000 Apfelbäume stehen hier rund um seinen Betrieb im Güstrower Norden sowie in Zapkendorf. „Es lässt sich bereits absehen, dass es dieses Jahr eine gute Ernte werden wird“, sagt der Obstbauer. 20 Tonnen will er pro Hektar ernten. „Das ist für unseren kleinen Betrieb wirklich gut.“ Fetkenheuer verarbeitet die Äpfel selber, bietet sie pur oder in Saftform in seinem Hofladen an. Rund 20 verschiedene Saftsorten stehen hier in den Regalen, auch Apfel-Mischsäfte. „Der Saftverkauf wird jedes Jahr besser. Das wird wirklich gut angenommen“, hat er festgestellt. Dabei profitiert der Güstrower vor allem von Stammkunden, die 80 bis 90 Prozent ausmachen.

Die Lohnmosterei ist daneben sein wichtigstes Standbein. Deshalb hat er sie im Jahr 2002 eröffnet. „Ohne Mosterei könnte ich keinen Gewinn machen“, sagt er. Manchmal kommt es hier gerade zum Stau, denn der Andrang der Kleingärtner ist groß. Bis zu 1000 Kunden kommen in der Obstsaison zu ihm, um ihre Äpfel und Birnen pressen zu lassen.

Doch die Situation für die Obstbauern sei deutschlandweit gerade auch sehr angespannt, weiß der Obst-Experte. „Putin nimmt kein Obst mehr aus Polen und die Polen überschwemmen deshalb den deutschen Markt mit ihrem Obst – zu Preisen, bei denen wir nicht mithalten können“, erklärt Fetkenheuer. „Und die Polen hatten eine tolle Ernte“, schiebt er hinterher. 20 Cent habe der Saft pro einem Kilo Äpfel vergangenes Jahr noch gekostet, in diesem Jahr lediglich vier bis sechs Cent. Doch da Fetkenheuer sein Obst und seinen Saft vor allem in seinem eigenen Laden in Güstrow und nicht an Großhändler verkauft, sei er davon glücklicherweise kaum betroffen.

Auf seiner Plantage kann er seine Früchte am Baum richtig ausreifen lassen. „So kann ich einen aromatischen Saft anbieten“, sagt der Obstbauer. Etwa 65 Prozent seiner Ernte verarbeitet Fetkenheuer zu Saft. Seinen Mosterei-Kunden bietet er zudem an, bei der Pressung live zuzusehen. „Der Saft wird schonend auf etwa 78 Grad erhitzt, in Flaschen gefüllt und ist so zwei Jahre haltbar“, verspricht er.

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