Apfel-Saison gestartet : Apfel als Kult-Obst – aber der Preis muss stimmen

Wolfgang Sternberg, Günter Brandt und Till Backhaus (v.l.) probierten bei der Eröffnung der Apfel-Saison gestern in Badendiek einen Gala Royal, einen Bio-Apfel.
Wolfgang Sternberg, Günter Brandt und Till Backhaus (v.l.) probierten bei der Eröffnung der Apfel-Saison gestern in Badendiek einen Gala Royal, einen Bio-Apfel.

Obsthof Sternberg in Badendiek eröffnete gestern Apfel-Saison im Land / 40 000 Tonnen Äpfel erwartet

svz.de von
31. August 2016, 21:00 Uhr

Knackige Äpfel an den Bäumen verheißen im Land in Qualität und Menge eine gute Ernte. „Gut 40 000 Tonnen Äpfel erwarten wir in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind mindestens zehn Prozent mehr als im Mittel der vergangenen zehn Jahre“, sagt Rolf Hornig, Obstbau-Experte der LMS Agrarberatung Schwerin. Sie wachsen auf 1536 Hektar im Land.

Trotzdem war gestern beim landesweiten „Anpflücken“ für die Apfelsaison 2016 im Obsthof Sternberg in Badendiek nicht alles eitel Sonnenschein. Wolfgang Sternberg und sein Familienbetrieb sowie alle Obstbauern im Land beschäftigt die Frage, ob nach der Ernte auch der Preis stimmen wird. „Nur dann geht es uns gut“, betonte Sternberg. Das war in den vergangenen Jahren aber nicht immer so. „Besonders 2014 war eine Katastrophe. So ein Jahr wünsche ich mir nicht wieder“, erinnerte Wolfgang Sternberg, der mit seiner Frau Angela sowie seinem Sohn Christian und Schwiegertochter Yvonne seit 1991 auf 35 Hektar Kern- und Steinobst anbaut. 2014 firmierte die Bio-Obsthof GbR Sternberg. Sie produziert auf der Hälfte der Anbaufläche Bio-Äpfel. Im kommenden Jahr liefert das Badendieker Unternehmen sie nach drei Umstellungsjahren erstmals aus.

Die Obstbauern drückt aber auch das Russland-Embargo. „Es muss aufgehoben werden“, forderte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Sollte es noch ein oder zwei Jahre bestehen bleiben, werde es immer schwieriger wieder auf den Markt zu kommen, weil Polen als Hauptabsatzland für Russland eine Rekordernte nach der anderen einfahre, so der Minister. „Mit jeder dieser Aktionen bekommen wir so die Preise um die Ohren gehauen“, stellte dazu Günter Brandt, Vorsitzender des Verbandes Mecklenburger Obst und Gemüse, fest. Brandt betonte weiter, dass es unbedingt notwendig sei, den nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz zu erfüllen. Hier geht es um drei Wirkstoffe, die eingesetzt werden müssen, um zukünftig gute Ernten zu sichern.

Minister Backhaus nutzte das „Anpflücken“ ebenfalls, um für den Apfel aus regionaler Produktion zu werben. „Apfel ist Kult. Er ist eine Quelle der Gesundheit und damit mehr wert als andere Obstsorten“, meinte er. Backhaus stellte das auch deshalb heraus, weil der Verbrauch leicht rückläufig ist. 20 Kilogramm Äpfel verputzt jeder Deutsche im Jahr. Nach Minister-Meinung könnten es gut und gern 30 bis 40 Kilogramm werden.

Der Obsthof Sternberg leistet dafür seinen Anteil. In der Branche gilt er als einer der leistungsstärksten Standorte im Land.


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