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Assistenzarzt mit sehr mutigen Einsatz : Ans Lenkrad gesprungen und Leben gerettet

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Blumen, ein Präsentkorb und viele anerkennende Worte erhielt Dr. Tobias Rabas, seit 2008 Assistenzarzt im KMG-Klinikum Güstrow, für einen umsichtigen und sehr mutigen Einsatz. Was war geschehen?

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erstellt am 01.Mär.2012 | 09:11 Uhr

Güstrow | Blumen, ein Präsentkorb und viele anerkennende Worte von Vertretern des DRK und des Krankenhauses erhielt Dr. Tobias Rabas, seit 2008 Assistenzarzt im KMG-Klinikum Güstrow, für einen umsichtigen und sehr mutigen Einsatz. Was war geschehen?

Am Dienstag vergangener Woche wird das Notfall-Einsatzfahrzeug (Nef) gegen 21.30 Uhr zu einer jungen Frau in Güstrow gerufen. "Verdacht auf Tablettenvergiftung", erfährt Tobias Rabas als diensthabender Arzt von der Einsatzleitstelle. Mit dem Fahrer des Nef eilt der 30-Jährige der Patientin zu Hilfe. In der Rostocker Chaussee vor einer Ampel passiert es: Tobias Rabas merkt, dass das Fahrzeug plötzlich schneller wird, von der Straße abkommt. Ein Blick zur Seite zeigt, dass der Fahrer bewusstlos über dem Steuer zusammengebrochen ist. Schwer liegt sein Fuß auf dem Gaspedal, beschleunigt das Fahrzeug immer weiter. Geistesgegenwärtig versucht der junge Arzt, das Fahrzeug mit der rechten Hand wieder auf die Straße zu bringen und mit der linken das Gaspedal frei zu bekommen und das Fahrzeug abzubremsen. Nach dramatischen Sekunden gelingt das Vorhaben. Das Einsatzfahrzeug kollidiert rechts mit einer Mauer und gerät links gegen eine Leiteinrichtung. Aber es steht, ohne andere Fahrzeuge in den Unfall verwickelt zu haben.

47-Jähriger noch im künstlichen Koma

Schnell zieht Tobias Rabas den Fahrer aus dem Fahrzeug und beginnt mit Rettungsmaßnahmen. Sehr schnell ist auch die Polizei zur Stelle, sichert die Unfallstelle und hilft dem Arzt. Inzwischen hat die Einsatzleitstelle einen Rettungswagen geschickt, der den Bewusstlosen ins Krankenhaus bringt. "Dort wurde eine Katheder-Untersuchung vorgenommen, um die Diagnose eines Herzinfarkts auszuschließen", schildert Dr. Rolf Kaiser, ärztlicher Direktor des Klinikums, den weiteren Verlauf. "Eine so plötzliche Ohnmacht ist meist Symptom für einen plötzlichen Herztod", erklärt er. Durch sein beherztes Eingreifen habe der Arzt einen Unfall verhindert und dem Fahrer auch das Leben gerettet.

Der 47-jährige Fahrzeugführer liegt noch immer im künstlichen Koma auf der Intensivstation. "Demnächst werden wir ihn aufwecken und dann hoffen wir das Beste", sagt der Chefarzt. "Ich bin stolz, so umsichtige und mutige Menschen in unserer Klinik zu wissen", fügt Verwaltungsdirektor Matthias Fischer hinzu und drückt Tobias Rabas fest die Hand.

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