Güstrow : Angriff auf Demo für Willkommenskultur

Rechtsextreme Szene mobilisiert zusehends mit Täuschungsmanövern gegen Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber.

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03. Dezember 2014, 07:50 Uhr

Die rechtsextreme Szene mobilisiert zusehends mit Täuschungsmanövern gegen Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber. Zu einer landesweiten Demonstration in Güstrow, die von der Initiative „Ratschlag der Bündnisse“ organisiert wird (wir berichteten), um für eine Willkommenskultur zu werben, wurde jetzt eine Gegendemo von Privatpersonen angemeldet, die sich nach Informationen unserer Zeitung „Rostock gegen Salafisten“ (rogesa) nennt.

Der „Ratschlag“ ist ein Zusammenschluss von lokal in MV aktiven Initiativen und Organisationen, die sich für demokratische Kultur und gegen Rechtsextremismus engagieren. „Seit zwei Jahren mobilisieren Nazis in MV gezielt gegen Flüchtlinge und verbreiten rassistische Vorurteile und Gerüchte“, sagte Stella Hindemith von der Amadeu-Antonio-Stiftung, die das Ratschlag-Bündnis unterstützt. So versuchten Rechtsextreme in Güstrow, gegen die künftige Flüchtlingsunterkunft in der Südstadt Stimmung zu machen. „Unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Bürgerinitiative versuchten sie bisher auf Facebook sowie mit Infoständen und einem Fackelmarsch auch Menschen zu erreichen, die sich selbst nicht im neonazistischen Spektrum verorten.“ Der Hetze folgten demnach Taten - Asylsuchende würden regelmäßig auf der Straße bedroht und rassistisch beleidigt. Immer häufiger kommt es zu Angriffen auf Flüchtlinge wie kürzlich in Anklam, Schwerin oder Groß Lüsewitz. Aber: „Es gibt viele Menschen, die der Propaganda der Nazis in ihrem praktischen Handeln etwas entgegen setzen“, so Hindemith.
Dass extrem rechte Auffassungen bis weit in die sogenannte Mitte der Gesellschaft geteilt werden, hatte erst in der Vorwoche die neueste Langzeit-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung belegt (wir berichteten). Heute lädt die SPD-nahe FES zu einer öffentlichen Diskussion zu dieser Studie ins Haus der Kultur in Schwerin ein.

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