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Möbelbörse der Güstrower Werkstätten : Andrang im Frühjahr deutlich spürbar

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Gerade im Frühjahr wollen sich viele Leute neu einrichten. Das spüren auch die Mitarbeiter der Möbelbörse der Güstrower Werkstätten. Die Börse verkauft Möbel und Kleidung für wenig Geld - sehr zur Freude der Kunden.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 10:52 Uhr

Güstrow | Durchaus bemerkbar ist der steigende Andrang in diesen Tagen in der Möbelbörse der Güstrower Werkstätten. Bereits seit mehr als zehn Jahren schauen Kunden in der Rostocker Straße 26 vorbei, sind etwa auf der Suche nach einer neuen Schrankwand, Küchenzeile oder auch Schlafcouch für das Wohnzimmer. "Das Frühjahr steht schließlich vor der Tür, da wollen sich eben viele neu einrichten. Das spürt man auch bei uns", spricht Abteilungsleiterin Christiane Millow aus Erfahrung.

Gleichzeitig können sich die Verantwortlichen der Möbelbörse um Gruppenleiterin Christiane Brechlin in der Barlachstadt nicht über zu wenig neue Ware beschweren. Begrenzte Räumlichkeiten und fehlende Lagermöglichkeiten führen manchmal sogar dazu, dass der eine oder andere Spender vertröstet werden muss. "Dennoch freuen wir uns über Jeden, der seine gut erhaltenen Möbel an uns weiter gibt", unterstreicht Christiane Brechlin mit Nachdruck. So ist die Möbelbörse auf unentgeltliche Spenden angewiesen, holte die Ware nach Absprache auch kostenlos ab. "Wir legen allerdings großen Wert darauf, dass die Möbel in einem guten bis sehr guten Zustand ist", betont die Gruppenleiterin.

Arbeitsplatz für Menschen mit geistiger Behinderung

Intention der Güstrower Werkstätten ist es, Menschen mit Behinderung die Möglichkeit zu bieten, am Arbeitsleben teil zu haben. In der Möbelbörse arbeiten drei Mitarbeiter mit geistiger Behinderung, die den Möbeltransport sowie die Montage im Verkaufsraum und auch kleinere Reparaturarbeiten erledigen. "So werden die Mitarbeiter gezielt gefordert und gefördert, was auch für Menschen mit Defiziten sehr wichtig ist", unterstreicht Christiane Millow. Verkauft werden in der Rostocker Straße Möbel, aber auch gut erhaltene Second-Hand-Kleidung sowie Bücher und Geschirr zu kleinen Preisen an zumeist bedürftige Menschen. "Natürlich sind wir oft Ansprechpartner für Menschen mit einem kleinen Geldbeutel. Ein Sozialkaufhaus ist die Möbelbörse allerdings nicht. Das heißt, bei uns kann jeder etwas kaufen, so dass wir auch keinen Bedarfsschein oder ähnliches verlangen", betont Gruppenleiter Jens Grählert. "Viele Menschen verwechseln dies oft", spricht Grählert aus eigener Erfahrung. Besonders beliebte Klassiker sind bei der Möbelbörse Küchen, Sofas mit Schlaffunktion sowie Elektrogeräte aller Art. "Eben genau das, was in normalen Geschäften sehr teuer ist, wird bei uns gerne für wenig Geld mitgenommen", so Grählert.

Insgesamt beschäftigen die Güstrower Werkstätten derzeit rund 900 Mitarbeiter mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung, darunter auch 18 Beschäftigte, die in den Nebenräumen der Möbelbörse Güstrow Montagearbeiten wie etwa dem Sortieren und Verpacken von Luftballons nachgehen. In diesem Jahr begehen die Güstrower Werkstätten, die unter anderem auch Standorte in Bützow und Teterow betreiben, außerdem ihr 20-jähriges Bestehen.

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