Gegen Fusion : Amt Krakow übt den Ungehorsam

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An Zukunftsfähigkeit fehlen 25 Einwohner, dennoch keine Fusionsverhandlungen mit Nachbarn

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13. April 2018, 05:00 Uhr

Den unveränderten Fortbestand des Amtes hat der Amtsausschuss Krakow am See beschlossen. Damit widersetzt sich das Gremium der unteren Rechtsaufsichtsbehörde. Die hatte einen Beschluss gefordert, nach dem das Amt mit benachbarten Gemeinden oder Ämtern über die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft verhandeln wolle. Der Grund: Entsprechend dem Gemeindeleitbildgesetz des Landes würden dem Amt im Jahr 2030 ganze 25 Einwohner fehlen.

Nur mit mindestens 8000 Einwohnern wäre das Amt laut Gesetz existenzberechtigt. Eine amtliche Prognose sieht in zwölf Jahren aber nur 7975 Menschen in und rund um Krakow am See wohnen. Allerdings hat die Rechtsaufsicht eine Hintertür offen gelassen: Sollten es unverschuldete Umstände geben, könnte das Amt möglicherweise auch mit einer geringeren Einwohnerzahl – das Gesetz sieht in solchen Fällen 6000 Einwohner als Untergrenze an – fortbestehen. Und da fahren die Verwaltung und die im Ausschuss vertretenen Bürgermeister und Gemeindeabgeordneten eine ganze Argumente-Palette auf. So sei das Amt Krakow am See mit 46 Orten „hinnehmbar“ ausgestattet und bilde flächenmäßig ohnehin schon eine „außergewöhnliche“ Größe. Auch sei seine Lage im südlichsten „Zipfel“ des Landkreises als eine Enklave anzusehen. Nicht zu vergessen: Jede einzelne der fünf Gemeinden schätze sich selbst als zukunftsfähig ein, und das mit sogar hohen Bewertungen. Mit seiner Amtsumlage liege das Amt zudem im unteren Drittel des Landesdurchschnittes. Und: Bei einer aktuellen Einwohnerzahl von gut 9400 sieht sich das Amt im Jahr 2030 eher bei deutlich über 8000 Menschen.

Amtsvorsteher Wilfried Baldermann (CDU) möchte sogar auf annähernd 10 000 Einwohner in zwölf Jahren wetten. Die Daten für die vorgegebene amtliche Prognose der Bevölkerungsentwicklung seien schließlich auch schon mehr als zehn Jahre alt. Schlussfolgerung: „Wir haben haben gute Chancen, unser Amt in seinen jetzigen Grenzen und Strukturen zu erhalten.“ Sein Lalendorfer Bürgermeisterkollege, Reinhard Knaack (Die Linke), springt dem Dobbin-Linstower bei: „Wenn man die Ämter vergrößern will, muss man auch an die Bürgerfreundlichkeit denken.“

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