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BILANZ VON FÜNF JAHREN : Amt Krakow am See will wieder Führungsposition

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Amtsvorsteher Wilfried Baldermann bilanzierte zu Ende gehende Wahlperiode des Amtsausschusses / Als Letztes höhere Bezüge beschlossen

Das Pilotprojekt „Regionalmanagement nach dem Mecklenburger Modell“ der drei Ämter Krakow am See, Mecklenburgische Schweiz und Goldberg-Mildenitz, begleitet von „Biota“ Bützow, gehört zur Bilanz des Amtsausschusses Krakow am See in der vergangenen Wahlperiode. Die geht am 25. Mai zu Ende. Amtsvorsteher Wilfried Baldermann, der in dem Pilotprojekt auch Vorsitzender der Lenkungsgruppe war, hob das am Montagabend in der Bilanz der Amtsausschussarbeit auf der zwölften und letzten Sitzung hervor.

Zur Erinnerung: Der Ausgangspunkt war damals und ist auch künftig, wenn es in einer neuen Förderperiode weiter geht, für alle gleich: ungenügende Finanzausstattung, demografischer Wandel, ungenügende Akkumulation in den wenigen in der Region ansässigen Betrieben. Umgesetzt wurden in sieben Jahren 294 Maßnahmen im öffentlichen Bereich, vor allem beim Wegebau, dem Schaffen von Begegnungshäusern oder bei der Unterstützung von Kitas. Von 200 Anträgen wurden im privaten Bereich 64 Projekte realisiert. Insgesamt flossen 19,5 Millionen Euro an Fördermitteln.

Für Baldermann ist klar, dass das Projekt in der in diesem Jahr beginnende neuen EU-Förderperiode weiter geführt werden muss. Das soll in einer noch größeren Regionen mit 50 000 bis 150 000 Einwohnern geschehen. Das Amt Krakow am See will aber nicht nur dabei sein, sondern wieder eine Führungsposition einnehmen. „Wir können das besser begleiten als der Landkreis, der die Fäden in die Hand bekommen soll“, sagt Baldermann. Deshalb will er mindestens zwei Mitglieder des Amtes in der neuen Lenkungsgruppe haben. „Es geht um sehr, sehr viel Geld und da wollen wir mitreden und etwas abbekommen“, stellt er klar.

Positiv wertete er in der Bilanz auch den Lokalen Aktionsplan (LAP). Das Amt Krakow am See gehört zu 172 bundesweiten Projekten, die in das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ eingebettet sind. 30 Projekte mit 106 500 Euro wurden in den vergangenen drei Jahren gefördert. Amtsvorsteher Baldermann freut sich, dass auch 2014 rund 90 000 Euro für nachhaltige Projekte ins Amt fließen. Allerdings hat das auch eine andere Seite. Baldermann: „Das sind Vorhaben, die das Ehrenamt zusätzlich belasten.“

Ein Lob vom scheidenden Amtsvorsteher – Baldermann kandidiert aber wieder allein als Bürgermeister für Dobbin-Linstow – kam für eine „leistungsfähige Amtsverwaltung“.

Für die fünf Jahre bemühte er mit einem Lächeln auch die Teilnehmer-Statistik am Amtsausschuss, der seit 1. Januar 2012 reduziert ist. Als einziges Amtsausschussmitglied war Reinhard Knaack, Bürgermeister von Lalendorf, bei allen Sitzungen. Dafür sagte Baldermann kurz und bündig: danke!

Auf der letzten Sitzung ließen sich die Amtsausschussmitglieder nicht die Chance entgehen, die Hauptsatzung zu ändern und die Entschädigung für die Sitzungen von 30 auf 40 Euro zu erhöhen. Der Amtsvorsteher hat bereits den Höchstsatz von 970 Euro im Monat. Im Vergleich zu 2013 bedeutet das Mehrkosten von 500 Euro im Jahr.

Das Einbringen der Satzungsänderung war aber nicht so einfach – vermutlich moralisch, ohne es überzubewerten. Baldermann meinte, das sei ein Punkt, bei dem ja wohl alle „befangen“ seien. Einzig Christoph Küsters (Die Linke, Stadtvertreter Krakow am See) äußerte sich umfassender. Er meinte, dass das gegenüber dem Bürger nicht gerade ein gutes Wahlkampfthema sei. In Zeiten, wo Bürger bei Diätenerhöhungen egal wie hoch sie seien sofort eine Selbstbedienungsmentalität sehen würden. Küsters sagte aber auch: „Das kommunalpolitische Ehrenamt und die Demokratie kosten was. Gleichzeit wollte er wissen, ob mit diesem Geld alle Forderungen abgegolten seien, z.B. Kilometergeld für Autofahrten.

Dieter Maßmann, Noch-Bürgermeister von Hoppenrade, erklärte: „Als Bürgermeister steht mir Kilometergeld zu. Ich habe es 2013 nicht in Anspruch genommen.“

Dagmar Lehsten, Leitende Verwaltungsbeamtin, sagte: „Mir ist nichts bekannt, dass nach Sitzungen im Amt die Erstattung von Kosten beantragt wird.“ Unter diesen Bedingungen stimmte Küsters der höheren Aufwandsentschädigung zu, alle anderen auch.



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erstellt am 09.Apr.2014 | 06:00 Uhr

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