SVZ-Wochenend-Interview : Am liebsten Grützwurst oder Eisbein

Lars-Peter Loeck ist Vorstandsvorsitzender der Agrofarm Lüssow. 52 Mitarbeiter hat der Milchviehbetrieb und acht Auszubildende. 900 Kühe und noch einmal so viel Nachzucht stehen in den Ställen zwischen Lüssow und Groß Schwiesow.
Lars-Peter Loeck ist Vorstandsvorsitzender der Agrofarm Lüssow. 52 Mitarbeiter hat der Milchviehbetrieb und acht Auszubildende. 900 Kühe und noch einmal so viel Nachzucht stehen in den Ställen zwischen Lüssow und Groß Schwiesow.

20 Fragen an Lars-Peter Loeck: Der 40-Jährige ist Vorstandsvorsitzender der Agrofarm Lüssow, einem der größten Milchviehbetriebe in der Region.

svz.de von
25. Juni 2016, 05:00 Uhr

Lars-Peter Loeck, geboren 1976 in Anklam, ist Landwirt mit Leib und Seele. Seit 2007 arbeitet er in der Agrofarm Lüssow und ist seit dem 1. Juni 2014 der Vorstandsvorsitzende dieses landwirtschaftlichen Genossenschaftsbetriebes, der gestern sein 25-jähriges Jubiläum mit einem Tag des offenen Hofes feierte. Loeck, der
in Bülower Burg wohnt, studierte von 1994 bis 1998 zunächst Bauwesen an der Uni Rostock, wechselte dann zum Studium der Agrarwirtschaft an die Fachhochschule Neubrandenburg. Bis 2003 arbeitete der Diplom-Agraringenieur als Geschäftsführerassistent in der „Tiedemannschen Agrarproduktion Kemnitz“ bei Greifswald und wurde danach Abteilungsleiter Pflanzenproduktion und Vorstandsmitglied in der Agrar eG Güstrow, bis er 2007 nach Lüssow kam.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz? Hinter meinem Pferdestall mit Blick auf den Parumer See, mit einem Kaffee oder wahlweise mit einem Bier in der Hand.

Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?

Die Gewerbesteuer. Spaß. Ich würde erst einmal nichts verändern. Ich kann mich als Gemeindevertreter einbringen in gemeinschaftliche Belange. Außerdem finde ich die Arbeit unserer Bürgermeisterin Frau Rita Burchard klasse.

Wo kann man Sie am ehesten treffen?

In der Agrofarm, also im Betrieb. Ich arbeite sehr gern mit den Menschen hier zusammen, löse gerne Probleme und genieße die Natur in welcher wir arbeiten und wirtschaften.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Als Praktikant 1990 bei einer kleinen Elektro-Firma in Ferdinandshof. Ich wollte mal Elektriker werden.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Für eine Polaroid-Kamera. Mich haben die sofort entwickelten Bilder fasziniert.

Was würden Sie gerne können?

Die Gedanken bzw. die Hintergedanken meiner Gesprächspartner lesen können.

Was stört Sie an anderen?

Manchmal die fehlende Geradlinigkeit. Manchem fehlt einfach der „Arsch in der Hose“.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Jeden Tag über meinen Sohn, der jetzt ein Jahr und neun Monate mich erfreut, aber mich noch nicht eine Nacht hat durchschlafen lassen.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Ich fahre gerne durch geschlossene Halbschranken der Bahn. Natürlich wenn es niemand sieht.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Keine Einzelperson, sondern es sind für mich Menschen, die in der Pflege beschäftigt sind und ohne Schamgrenzen anderen ein angenehmes und lebenswertes Leben bereiten.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Seit zehn Jahren schon keines mehr. Ich muss jeden Tag so viele Briefe, Fachinformationen und Zeitschriften lesen, da hab ich für Belletristik und Schöngeist keine Zeit und Lust mehr.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Es gibt für mich keine Sendung, die es Wert ist, nicht verpasst zu werden.

Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?

Weder, noch. Ich sehe mir lieber ein Springturnier in unserer Umgebung an.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Sehr gern einmal die russischen Politiker Michael Gorbatschow und Wladimir Putin an einem Tisch mit der Frage: Was ist seit 1990 alles falsch gelaufen?

Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

Deutsche Gerichte, am liebsten Grützwurst oder Eisbein mit Erbsenpüree.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Kein spezielles Lied, aber ich komm gut runter vom Alltag mit Smetanas „Moldau“.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?

An mein silbernes Mifa-Fahrrad von meinen Eltern 1988.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Die Zeit finden, mit meinem Kumpel ein Kutschgespann mit Lewitzern auszubilden.

Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentner?

Da denk ich nicht daran. Ich ärgere mich über jedes Jahr, was mich der Rente näher bringt. Ich arbeite hier einfach zu gern.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?

Frau Blech, von der Volks- und Raiffeisenbank Güstrow. Sie betreut im Kreditgeschäft die Landwirtschaftsbetriebe in der Region und hilft mit Weitblick und Augenmerk bei Investitionen.



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