20 Fragen an : Am Computer mit Welt verbunden

Computer und Amateurfunk sind für Alf Möser eine wichtige Verbindung in die Welt.
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Computer und Amateurfunk sind für Alf Möser eine wichtige Verbindung in die Welt.

Der querschnittsgelähmte Lalendorfer Als Möser spielt Elektro-Rollstuhlhockey

svz.de von
25. Juli 2014, 22:00 Uhr

Alf Möser ist 45 Jahre alt. Seit fast 24 Jahren sitzt er im Rollstuhl. Passiert ist es bei einem Fußballspiel: Bruch am Hals und Schädigung des Rückenmarks. Den 25. Oktober 1990 wird er nie vergessen. Alf Möser aber blieb dem Sport treu. Er spielt Elektro-Rollstuhlhockey und nicht nur das, er war einer der Initiatoren für diese Sportart in der Region.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Möser: Vor meiner Haustür in der Natur.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Eine Auffahrrampe bzw. eine schiefe Ebene an der Schule in Lalendorf würde ich anbauen, so dass alle Rollifahrer und Mütter mit Kinderwagen auch an Veranstaltung im Atrium teilnehmen können. Eine behindertegerechte Toilette gibt es ja schon in der Schule. Nur nutzen kann man sie nicht als Rollifahrer. Auch das würde ich ändern.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Ich denke mal hier bei mir am Computer.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Das war das erste Lehrlingsgeld, das ich bei der Deutschen Reichsbahn erhielt.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Das weiß ich nicht mehr. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich mit den 86 Mark der DDR keine große Anschaffung getätigt habe. Ein Teil ging wohl als Benzin in den Tank des Simson-Mopeds.
Was würden Sie gerne können?
Naja, mein Standsatz müsste jetzt sein: Mal wieder laufen. Aber es wäre auch schön, wenn ich gut Englisch sprechen könnte.
Was stört Sie an anderen?
Unbeständigkeit: Wenn man an einem Projekt mitgewirkt hat, indem man Zeit und Kraft reingesteckt hat und es dann das Projekt von heute auf morgen nicht mehr gibt.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Über einen Mitspieler beim E-Rollstuhlhockey. Er hatte hinten auf seinen T-Shirt folgende Aufschrift: „Wenn sie das lesen können, dann helfen sie mir in meinen E-Rollstuhl zurück“. Das ist der typische Rollstuhl-Humor.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Ich habe vereinsinterne Informationen nicht weitergeleitet.

Wer ist Ihr persönlicher Held und warum?
Beeindruckt haben mich zwei Mitspieler, die ebenfalls im E-Rolli sitzen. Sie sind morgens um 4 Uhr aufgestanden, um mit den Zug von Rostock nach Potsdam zu fahren. Dort haben sie bei einem Spieltag im Nord Cup mitgemacht. Das nenne ich mal Ehrgeiz. Beide sind noch Minderjährig und haben alles alleine organisiert und durchgeführt.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich lese keine Bücher. Der PC und das dazu gehörige Internet bietet fast alles.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Das Nordmagazin verpasse ich fast nie.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Naja, durch den Fußball bin ich querschnittgelähmt, aber trotzdem würde man mich eher beim Fußball treffen als bei einer Karnevalsfeier.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Sepp Meier, der Torwart von der deutschen WM-Mannschaft aus dem Jahre 1974. So ein Gespräch von Torwart zu Torwart könnte bestimmt richtig lustig werden.
Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Kocht man für mich, so bevorzuge ich die deutsche Küche, also Herzhaftes.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Mit dem Lied von Herbert Grönemeyer – „Mensch“
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Es war ein Schlafsack, den ich 1985 zur Jugendweihe bekam. Den habe ich heute noch. Von wem? Wer ihn mir geschenkt hat, bleibt mein Geheimnis.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Mecklenburg-Vorpommern näher kennen lernen. Teilweise erfülle ich mir das schon. Über den Amateurfunk komme ich zum Beispiel auch in die Naturparks, Nationalparks und Biosphärenreservate.
Wie gestalten Sie Ihre Freizeit im Alter?
E-Hockey und Amateurfunk
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Ich schlage Karsten Vick aus Lalendorf vor. Er ist ein Mann mit vielen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

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