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Parkprobleme : Altstadt Güstrow: mehr Parkplätze gefordert

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gewerbeverein Güstrow will bessere Erreichbarkeit der Innenstadt, um Einzelhandel zu beleben.

von
erstellt am 13.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Der Gewerbeverein Güstrow setzt ein altes Thema neu auf die Agenda: die Parkplatzsituation und die Erreichbarkeit der Güstrower Innenstadt mit dem Auto. „Die Innenstadt muss nicht nur gut, sondern sehr gut erreichbar sein“, unterstreicht Wilfried Minich vom Gewerbeverein und macht gleichzeitig eine Forderung nach mehr Parkplätzen auf. Der Güstrower Einzelhandel stehe in scharfem Wettbewerb mit dem Internet. „Deshalb müssen wir Hürden abbauen und viele Leute in die Innenstadt locken“, so Minich. Er mahnt „kurze Wege“ an und fordert Stellplätze „möglichst dicht“ bei den Geschäften. „Wir müssen auf die Bedürfnisse der Kunden und nicht auf die der Verkehrsplaner eingehen“, ist er überzeugt.

Zu geringe Parkdauer

Die schlechte Parkplatzsituation verschärfe sich weiter, wenn die Stellflächen auf dem Klosterhof weggfallen würden, sagt Einzelhändlerin Kathleen Franke, die ein Geschäft am Pferdemarkt hat. Auf dem Klosterhof will die Allgemeine Wohnungsbau-Genossenschaft Güstrow-Parchim spätestens ab Frühjahr 2018 eine neue Wohnanlage errichten. „Wo sollen die Leute dann alle parken?“, fragt Kathleen Franke. Die nicht ausreichenden Parkplätze in der Innenstadt würden schon jetzt dem Einzelhandel schaden. Besonders kritisiert die Geschäftsfrau die zu geringe Parkdauer. „An den Parkscheinautomaten kann man nur für eine Stunde Geld einwerfen. Wenn die Parkuhr läuft, können die Kunden nicht in Ruhe stöbern“, sagt sie.

So sieht es auch Ladenbesitzerin Elke Bruhn-Schröder vom Pferdemarkt. „Eine Stunde Parkdauer ist zu kurz“, sagt sie. „Schön wäre es, die Zeit selbst bestimmen zu können.“ Und Einzelhändlerin Stefanie Wiedewald ergänzt: „Das eingeschränkte Zeitfenster stört die Kunden.“

Gastwirtin Katrin Garloff vom Restaurant „Zur Post“ am Pferdemarkt bemängelt, dass vor allem ihr älteres Publikum schlecht vor ihrem Restaurant vorfahren könne. Parkplätze seien kaum vorhanden. „Wir bieten den Stammgästen schon immer unsere Privatparkplätze an“, sagt sie. „Wir bemängeln immer, dass die Innenstadt nicht genug belebt ist. Das liegt auch daran, dass es zu wenig Parkplätze gibt“, sagt Katrin Garloff.

Die Belebung der Güstrower Innenstadt ist auch das Ziel von Wilfried Minich. „Das Parkraumbewirtschaftungskonzept aus dem Jahr 2013 entspricht nicht mehr den veränderten Anforderungen. Wir müssen es überarbeiten und anpassen“, fordert er. Bei dieser seiner Meinung nach notwendigen Diskussion will er auch die Arbeitsgemeinschaft Einzelhandel/Dienstleistungen mit ins Boot holen.

Auch Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt glaubt, „dass man sich wieder mit dem Parkraumbewirtschaftungskonzept beschäftigen muss“ und denkt an eine Fortschreibung. In diesem Konzept sei auch die einstündige Parkdauer festgeschrieben. „Wir wollen, dass es eine wechselnde Nutzung der Stellflächen gibt. Reinfahren, einkaufen, rausfahren“, erläutert er die eingeschränkte Parkzeit.

Möglichkeiten weiterer Parkplätze

Schuldt sieht sehr wohl den steigenden Bedarf an Parkplätzen in der Innenstadt, vor allem auch, weil immer mehr Leute in die Altstadt ziehen würden. Der Bürgermeister verweist auf die Stellflächen Tiefe Tal. „Hier könnten noch weitere Gebäude abgerissen werden, um ebenerdige Parkplätze zu schaffen. Zudem arbeiten wir noch an der Option eines Parkhauses“, sagt er auf SVZ-Nachfrage. Auch am Mühlentor bestehe die Möglichkeit, „eine zweigeschossige Parkpalette“ zu errichten.

Zudem verweist Schuldt darauf, dass mit der Entwicklung des Stahlhof-Geländes auch ein Parkhaus geplant sei. Und auch auf dem Spaldingsplatz solle der Parkplatz erhalten und nicht in eine Grünfläche verwandelt werden. „Wir müssen schauen, wie sich der Bedarf an Parkplätzen weiter entwickelt“, sagt er.  

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