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Bauvorhaben : Altlasten lähmen Stahlhof-Projekt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Prestigeprojekt weiter in der Warteschleife - Weitere Altlasten unter der Erdoberfläche müssen erst beseitigt werden.

von
erstellt am 02.Dez.2017 | 05:00 Uhr

Wird das Baugebiet „Stahlhof“ zu so etwas wie der Berliner Flughafen von Güstrow? Die Herstellung der Planungsreife für ein modernes Wohn- und Geschäftsquartier auf dem Stahlhof-Gelände hatte Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt zu Beginn des Jahres als eine gewichtige Aufgabe für 2017 formuliert (SVZ berichtete). Ende März beschloss die Stadtvertretung eine Ausschreibung des Baugebietes „Stahlhof“ mit dem Ziel, den Verkauf und die Erschließung der Grundstücke in private Hand zu legen. Das Projekt sollte so beschleunigt werden. Schließlich war nach der sogenannten Mehrfachbeauftragung und der Vergabe eines 1. Preises an ein Rostocker Büro eher nichts passiert. Halt: Es wurde abgerissen und aufgeräumt – schon vor 2017. Und nun? Wann wird auf dem Gelände endlich mal etwas zu sehen sein?

Das Jahr ist dahin gegangen – mit Gutachten und Erkundungen von möglichen Schadstoffen im Boden. Schließlich handelt es um eine Industriebrache. Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes, verweist auf jüngste Gespräche mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt und dem Landkreis über Möglichkeiten einer Entsorgung der Altlasten und die Frage nach Fördermitteln dafür.

Hatte man Mitte der 1990er-Jahre noch davon ausgehen können, dass sich die Belastungen in Grenzen halten, so hätten sich Bestimmungen, Klassifizierungen von Schadstoffen und Grenzwerte inzwischen verändert, erklärt Weber. Im Boden befinden sich Reste von Chemikalien, die u.a. bei der Stahlproduktion anfielen. „Unsere Vorfahren sind großzügig damit umgegangen“, stellt Weber fest. Asche war einfach verkippt worden. Die Probleme seien aber durchweg lösbar, betont sie. „Wir haben mit den Behörden Lösungswege besprochen und möchten die Altlastensanierung 2018 erledigen“, informiert die Amtsleiterin. Erst mit der Klärung der Altlastenfrage könne die Bauleitplanung weitergeführt werden.

„Wenn es notwendig ist, tief in den Boden zu gehen, ist z. B. zu überlegen, ob man nicht gleich anstelle eines offenen Parkdecks, das Lärm verursacht, eine Tiefgarage in Betracht ziehen sollte“, gibt der Bürgermeister zu bedenken. Ein Gutachten zur Lärmbelästigung (Bahnlinie, Lieferverkehr, Parkdeck) sei nicht eben prickelnd ausgefallen.

Und wann? „Seriös kann ich nicht sagen, wann etwas zu sehen sein wird, wohl aber betonen, dass wir großes Interesse daran haben“, so Schuldt. Während die Altlastensanierung mit der Hoffnung auf Förderung in den Haushalt 2018/19 eingestellt werden soll, stellt er in Aussicht, dass Kosten für die Erschließung im übernächsten Doppelhaushalt der Stadt 2020/21 ihren Niederschlag finden könnten. So müsste sich das Projekt „Stahlhof“ also nicht zum Berliner Flughafen in Güstrow entwickeln.

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