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Ehemalige chemische Reinigung : Altlast wirkt immer noch nach

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ehemalige chemische Reinigung in Güstrower Baustraße wird weiter streng überwacht / Restkontamination im Grundwasser

von
erstellt am 08.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Mitten in der Güstrower Altstadt lag über Jahrzehnte einer der gefährlichsten Altlasten-Standorte in Mecklenburg-Vorpommern: die ehemalige chemische Reinigung in der Baustraße. Über Jahre verseuchte diese Reinigung das Grundwasser – ein Beispiel dafür, wie leichtfertig in der DDR mit dem Umweltschutz umgegangen wurde. Vergangenes Jahr dann endlich ein Lichtblick: Nach 13 Jahren konnte die Sanierung des Grundwassers in dem betroffenen Bereich beendet werden. Mehr als 14 Tonnen reiner Schadstoff wurden in diesem Zeitraum aus dem Grundwasser gezogen. Doch sauber ist es hier immer noch nicht – die Altlast wird noch über Jahre nachwirken.

„Die Kontamination sinkt nicht von heute auf morgen. Das ist bei Altlasten auch nicht zu erwarten. Die Schadstoffe haben eine gewisse Haltwertzeit“, sagt Lutz Klingbeil, Dezernent für Boden- und Wasserschutz beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg. Wie lang genau diese Haltwertzeit sei, könne er nicht sagen. Klingbeil hat die Sanierung der chemischen Reinigung in Güstrow über Jahre hinweg überwacht. Und diese Überwachung müsse auch jetzt weitergehen, sagt er. „Wir haben die Situation, das zwar ein Großteil der Schadstoffe raus ist, aber Restkontamination ist weiterhin im Grundwasser vorhanden. Das müssen wir überwachen“, sagt Klingbeil. Über die Nachsorgeüberwachung der Altlastensanierung der ehemaligen chemischen Reinigung werden bei ihrer morgigen Sitzung auch die Mitglieder des Hauptausschusses und danach die Güstrower Stadtvertreter informiert.

Seit dem Jahr 2000 wurde das Grundwasser in der Baustraße mit einer großen Filteranlage gereinigt. 2013 wurde die Anlage abgebaut. Jetzt soll eine weitere Beprobung innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren erfolgen, informiert Klingbeil. Mit dieser Nachsorgeuntersuchung werde sichergestellt, „dass Abweichungen von den Prognosen in Bezug auf die Entwicklung von Schadstoffkonzentrationen sowie Überschreitungen des Qualitätszieles rechtzeitig erfasst und ggf. erforderliche Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können“, heißt es. „Wir passen also auf, ob sich die Situation verschlechtert und handeln dann“, erklärt Klingbeil. Diese Nachsorgeuntersuchungen seien auch im Hinblick darauf, dass es sich bei der Nebel um ein FFH- und Trinkwasserschutzgebiet handele, notwendig. „Vor allem die Nebel muss geschützt werden“, unterstreicht Klingbeil.

In den kommenden drei Jahren wird es deshalb immer wieder Untersuchungen geben. „Wir haben ein Netz von Messstellen und werden Proben ziehen“, sagt der Wasser-Experte.


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