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Güstrow : Alter Wasserturm kommt zu neuen Ehren

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Der alte Wasser- bzw. Schlauchturm in der Güstrower Baustraße ist über viele Jahre vernachlässigt worden. Jetzt bauen die Stadtwerke in das denkmalgeschützte Gebäude ein neues Blockheizkraftwerk ein.

svz.de von
erstellt am 27.Jun.2013 | 12:16 Uhr

Lange vernachlässigt kommt der alte Wasser- bzw. Schlauchturm in der Güstrower Baustraße jetzt zu neuen Ehren: Im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Turmes, der Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, bauen die Stadtwerke Güstrow aktuell ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) ein. "Eine durchaus aufwändige Maßnahme", bestätigt Hans Hall, Abteilungsleiter Fernwärme und zentrale Leittechnik bei den Stadtwerken. Das BHKW mittlerer Größe soll bereits Ende August in Betrieb gehen und vorrangig die ebenfalls gerade im Bau befindliche Wohnanlage AWG-"Sonnenhof" in unmittelbarer Nähe mit Strom und Wärme versorgen. Zudem profitieren das Kinder-Jugend-Kunsthaus, das Technische Rathaus, das Hotel "Altstadt" in der Baustraße sowie das Seniorenheim der Diakonie in der Schnoienstraße von dem neuen Heizwerk.

Der Schlauchturm habe gewisse Vorteile als Standort für ein BHKW, erläutert Hall. "Zunächst ist der Turm als Gebäude vorhanden. Das ist natürlich vorteilhafter, als einen Neubau zu errichten", sagt er. Zudem würden bei solchen Heizkraftwerken besondere Schallschutzanforderungen gelten. "Der solide Bau mit seinem dicken Gemäuer ist dafür besonders geeignet." Allein Fenster und Türen im Erdgeschoss werden wegen des Schallschutzes neu eingebaut. Zum angrenzenden Kunsthaus gibt es im Inneren lärmmindernde Trennwände. "Von außen bleibt das denkmalgeschützte Gebäude in seiner Optik erhalten", sagt Hall.

Besonders aufwändig sei allerdings die Schornsteinanlage. "Der Schornstein muss aus dem Dach raus. Da der Turm sehr hoch ist, mussten wir die Anlage durch das Treppenhaus errichten - eine Herausforderung", erklärt Hall. Dazu war auch eine vierseitige Brandschutzverkleidung notwendig.

Die Gesamkosten des Vorhabens belaufen sich auf eine halbe Million Euro. Die Wärmeleistung des neuen BHKW beträgt 500, die elektrische Leistung 70 KW.

Gebaut wurde der Turm in der Baustraße 1882 als zweiter Wasserturm der Stadt. 1928 wurde mit dem Neubau eines Wasserturmes im Goldberger Viertel die Nutzung des Wasserturmes in der Baustraße für die städtische Wasserversorgung beendet. Der Turm diente zuletzt in den 1990er-Jahren zur Schlauchtrocknung der Schläuche mehrerer Feuerwehren des Landkreises.

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