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Feuer in Neu Dobbin : Alter Speisesaal niedergebrannt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Feuer in verlassenem Ferienobjekt in Neu Dobbin. Vor Ausbruch des Feuers hörten Anwohner einen Knall. War es Brandstiftung?

von
erstellt am 21.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Wieder ein Feuer in der Nähe von Krakow am See: Zwei Minuten nach Mitternacht schrillten am Donnerstag gleichzeitig die Pieper bei den Kameraden der freiwilligen Feuerwehren im Luftkurort und in Dobbin-Linstow. Ein ehemaliges Ferienobjekt in Neu Dobbin brennt! Vor Ort war an dem Hauptgebäude der drei festen Häuser nichts mehr zu retten. Über die gesamte Fläche des Dachstuhls loderten die Flammen. Da jedoch keine Menschen und auch keine weiteren Häuser in Gefahr waren, konnten sich die Wehrleute auf den Brandherd konzentrieren.

Allerdings: Eine Wasserentnahmestelle oder ein leistungsfähiger Hydrant waren nicht in der Nähe. „Das ist häufig im ländlichen Raum anzutreffen“, sagt der Dobbin-Linstower Wehrführer, Daniel Borchardt. Weil absehbar war, dass die Verlegung einer langen Schlauchstrecke nicht effektiv sein würde, wurden abgestimmt mit seinem Krakower Pendant, Remo Schmecht, die Kameraden aus Langhagen und Kuchelmiß alarmiert und hinzugezogen. Die richteten mit drei Tanklöschfahrzeugen Pendelverkehr zu einer an der L204 gelegenen Wasserentnahmestelle am Oberen See ein.

Mit Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hohen Wangelin waren so bis an 50 Einsatzkräfte vor Ort. Die Nachbarn aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kooperieren mit der Freiwilligen Feuerwehr Dobbin-Linstow, um gegenseitig über Tag und Nacht ihre Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Gegen 3.45 Uhr konnten die meisten Kameraden wieder abrücken und den Rest der Nacht im Bett verbringen, kurz darauf verließen auch die Dobbiner den Ort des Geschehens.

Polizei sucht mögliche Zeugen

Vier Stunden später waren sie wieder vor Ort zur Brandwache. Gegen 11 Uhr konnten sie abrücken, da trotz der kleinen Rauchschwaden, die aus den verkohlten Balken aufstiegen, keine Gefahr mehr ausging. Brandursachenermittler der Kripo, die inzwischen erschienen, konnten jedoch wegen der weiterhin starken Hitzeentwicklung ihre Arbeit noch nicht aufnehmen. Deshalb ließ sich am Donnerstag nur spekulativ etwas zur Ursache des Feuers sagen. Eine Anzeige wegen des Verdachts der Brandstiftung wurde jedenfalls aufgenommen. Falls es Zeugenhinweise gibt, bittet die Polizei darum, diese dem Polizeirevier in Teterow unter Telefon 03996-156-0 oder an die Internetwache der Landespolizei M-V unter www.polizei.mvnet.de zu melden.

Das abgebrannte Gebäude war Küchentrakt und Speisesaal der ehemaligen Ferienstätte der Bama, der Baumaschinenwerke Ludwigslust, berichtet ein Anwohner aus der Nachbarschaft, der zur Mittagszeit zum Unglücksort pilgerte. Zu seinen Blütezeiten sehr begehrt und im Sommer immer sehr bevölkert, habe sich seit den Wirren der Wende hier nichts mehr getan, stehe das Objekt leer, erzählt er. In der Nacht seien sie von einem lauten, dumpfen Knall wach geworden, ohne dass sie sich das erklären konnten, berichtet seine Begleiterin. „Das wird jetzt wohl der Todesstoß sein“, vermutet der Neu Dobbiner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Im Polizeibericht wird der Schaden an dem in privater Hand befindlichen Objekt mit rund 20000 Euro angegeben. Jahrelang stehe die Ruine schon da, ohne dass man so recht erkennen konnte, dass es ernsthafte Absichten zur Nutzung gegeben habe, erzählt Bürgermeister Wilfried Baldermann. Völlig heruntergekommen, ist das Objekt in ewiges Ärgernis für die wenigen Bewohner des kleinen Ortsteils von Dobbin-Linstow. „Vielleicht kommt ja jetzt ein Stein ins Rollen“, hofft der Bürgermeister.

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