„Hamburg-Berlin-Klassik“in Güstrow : Alte Karossen und eine Prinzessin

Nicht an der Spitze des Feldes, und doch die Nummer 1 unter den Oldtimern: der Bentley 8 Litre Le Mans Open Tourer war der älteste Wagen am Start der Rallye.  Fotos: Eckhard Rosentreter
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Nicht an der Spitze des Feldes, und doch die Nummer 1 unter den Oldtimern: der Bentley 8 Litre Le Mans Open Tourer war der älteste Wagen am Start der Rallye. Fotos: Eckhard Rosentreter

Oldtimer-Rallye „Hamburg-Berlin-Klassik“ rollte durch die Region. Kontrollpunkte in Krakow am See, Alt Sammit und Güstrow.

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26. August 2016, 20:45 Uhr

Großer Auflauf gestern Vormittag auf dem Güstrower Marktplatz. Doch nicht wie sonst die Hochzeitspaare standen im Blickpunkt, sondern alte Karossen. Jedoch wenig Zeit blieb der Menge, die Oldtimer der 9. Hamburg-Berlin-Klassik bei ihrem kurzen Stopp zu bewundern. Noch 177 Fahrzeuge brachen in der Frühe zur 3. Etappe in Göhren-Lebbin auf. Damit hatten die Organisatoren fünf Ausfälle auf den beiden Abschnitten des ersten Tages zu verzeichnen. Das ist durchaus respektabel, stammt ein Dutzend der Autos doch aus den 1930er-Jahren, das da auf unseren Straßen rollt. Das älteste: ein Bentley mit dem Baujahr 1931. Dobbin-Linstow, die Uferpromenade am Krakower See, das Schloss Alt Sammit, Groß Breesen, Zehna, Gutow waren zu durchfahren, bevor es in die Kreisstadt ging.

An der Spitze des Feldes, sogar noch etwas vor der avisierten Zeit, rollte ein BMW 2002  ti (1969) an den Kontrollpunkt vor dem Güstrower Rathaus. Das Besondere: Alle Fahrzeuge, in vier Altersklassen aufgeteilt, standen im Wettbewerb. Selbstständig mussten die Fahrer, unterstützt vom Copiloten, die Strecken zu den nächsten Kontrollpunkten auswählen, ein Navi war da (zumindest offiziell) tabu, Zeitlimits waren einzuhalten – eine Rallye eben.

Als der Roadster mit der Startnummer 11 einrollte, hob sich die Stimme des Moderators, kündigt einen Gast an, den „sie alle kennen“: Katarina Witt grüßt aus dem offenen Wagen. Baujahr 1937 ist der BMW 328, sein 1972-ccm-Motor leistet 80 PS… Aber wen interessiert das eigentlich?! Sie ist tatsächlich da! Der erste Autogrammjäger stürmt herbei: Danilo Knabe ergattert sich den begehrten Schriftzug der zweifachen Olympiasiegerin. Das „schönste Gesicht des Sozialismus“ lächelt dazu, gerade so, wie man es aus unzähligen Eiskunstlaufshows und Interviews kennt. Doch die Zeit ist knapp, Fahrer Ulrich Knieps drückt auf Tempo. Fotos werden hastig gemacht, ein Wort erhascht – nach kaum zwei Minuten rollte der wohl prominenteste Teilnehmer der Klassik-Rallye wieder los, Richtung Glasewitz, Plaaz, Schlieffenberg…

Wenn der Blick auch nur ein kurzer sein konnte, einen Prospekt aus der Barlachstadt nahm die Eisprinzessin auf jeden Fall schon mal mit. Jessica Niemann vom Verein Güstrow-Tourismus überreicht jedem Team die Erinnerung: „Empfehlen Sie bitte Güstrow, unsere Region, weiter!“ Bei dem herzlichen Empfang an den drei Stempelstellen Krakow am See, Alt Sammit und Güstrow, besteht Hoffnung, dass die Oldtimer etwas davon in ihre Heimatregionen mitnehmen. Nach dem Etappenziel Ulrichshusen rollte der lange Konvoi gestern wieder zurück nach Göhren-Lebbin. Heute sind Zehdenick in Brandenburg (ab 11.15 Uhr) und etwa ab 15.30 Uhr die Axel-Springer-Straße in Berlin-Kreuzberg die letzten beiden Etappen ziele dieser einzigartigen Oldtimer-Rallye.

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