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Whisky-Möbel aus Laage : Alte Fässer werden zu Möbeln

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Tischler und Whisky-Fan Nils Greese aus Laage verbindet Hobby mit Arbeit. Sein Sortiment umfasst Couchtische, Schränke und mehr.

Ein leichter Hauch von Whisky-Duft liegt in der Luft von Nils Greeses Tischlerei Am alten Friedhof in Laage. Der Grund: Der 47-Jährige gibt alten Whisky-Fässern eine neue Bestimmung und stellt daraus Möbel her – und ist damit in Deutschland der vermutlich Einzige, der so etwas macht. „Seit etwa zwei Jahren verbinde ich quasi mein Hobby mit der Arbeit“, sagt der Whisky-Fan, der den Familienbetrieb in dritter Generation führt. „Mittlerweile haben wir Barschränke, Couchtische, Gläser- und Flaschenständer sowie Sideboards aus alten Fässern im Sortiment“, zählt Greese auf. Sein neuestes Vorhaben: Uhren.

Auf die Idee für diese speziellen Möbelstücke kam Greese vor 15 Jahren. Damals hatte sich der Laager, der regelmäßig nach Schottland reist, um Destillerien zu besuchen, ein altes Fass gekauft und zum Tisch umfunktioniert. „Die nächsten Fässer gingen dann als Stehtisch oder als Schränkchen mit einer Tür versehen an den Freundeskreis“, erzählt der Tischler. Heute liefert er seine Möbel an Kunden in ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die meisten von ihnen sind ebenfalls Whisky-Genießer, die sich mit solch einem Stück den Wunsch nach etwas Besonderem erfüllen. „Ich weiß von jedem Fass, das wir weiter verarbeiten, aus welcher Destillerie es stammt, wie alt es ist und wann es zuletzt befüllt wurde. Denn jedes hat seine eigene Nummer“, sagt Greese.

Die Eichenfässer, zwei- bis dreimal pro Jahr rund 20, bezieht Nils Greese direkt aus Schottland. „Im vergangenen Jahr war in einem der Fässer aus der Jura-Destillerie sogar noch Whisky drin“, erinnert er sich. „Wir konnten etwa fünf bis sechs Liter abfüllen – und es hat geschmeckt“, erzählt der Kenner. Das Besondere und Interessante an seiner Arbeit sei für ihn aber das Material. „Die Fässer sind in den meisten Fällen 30 bis 40 Jahre alt und aus etwa 200 Jahre altem Holz gefertigt, das durch viele Hände gegangen ist. Jedes Fass ist anders, jedes Möbelstück deshalb ein Unikat“, schwärmt Greese. „Und natürlich duftet das Holz noch.“ Der Whisky-Kenner und -Fan räumt auch mit einem Mythos auf, nämlich dass der Whisky besser wird, je älter das Fass: „Aber je älter ein Fass ist, desto weniger Einfluss hat es auf den Whisky – was aber gewollt ist – und wird daher nach einer Zeit ausgetauscht.“

Seine Möbel präsentiert der Laager auf zahlreichen Whisky-Messen, wo er seine Hauptklientel findet. „Viele Whisky-Liebhaber bewahren ihre Flaschen dann in den Vitrinen oder Schränken auf oder finden es toll, wenn sie von ihrer favorisierten Destillerie einen Couchtisch haben“, weiß der Tischler. Rund fünf Stunden brauchen er und seine Mitarbeiter, bis aus einem alten Fass ein Couchtisch entsteht. Dafür werden diese halbiert, abgeschliffen, mit Klarlack überzogen und mit einer Glasplatte versehen. Etwa zehn Prozent seiner Arbeit investiert Greese in diese ungewöhnlichen Produkte und sagt: „Ziel sind 50 Prozent.“

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