SVZ-Serie : Alte Fachwerkkirche beeindruckt

Gerade ist es fertig geworden und an einigen Stellen schon vergriffen: Gudrun Schützler mit ihrem Buch.
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Gerade ist es fertig geworden und an einigen Stellen schon vergriffen: Gudrun Schützler mit ihrem Buch.

Entdeckungen auf alten Landwegen / SVZ-Serie nach dem gleichnamigen Buch / Teil 10 (Schluss): Von Zaschendorf bis Kritzow

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02. Dezember 2014, 05:00 Uhr

„Landwege sind Orte der Vielfalt.“ Das sagt die Qualitzerin Gudrun Schützler. Sie hat im Auftrag des Fördervereins Naturpark Sternberger Seenland und des Naturparks Sternberger Seenland das Buch „Entdeckungen auf alten Landwegen im Naturpark Sternberger Seenland“ herausgebracht.

Der Güstrower Anzeiger hat mit freundlicher Genehmigung der Autorin in dem Buch geblättert und möchte Sie, liebe Leser, vielleicht dazu anregen, schöne Herbsttage zu nutzen und vielleicht den einen oder anderen Weg zu erleben.

Heute: Landweg Zaschendorf - Kleefeld - Karnin - Kritzow - 7,2 Kilometer (kurze Strecke bis Langen Brütz- Ausbau - 6,5 Kilometer

Als Zaschendorf 1320 erstmals schriftlich erwähnt wurde, hieß es „Saszendorf“. Der Ritter Barnekow erhielt 1344 das Gut vom Grafen Nikolaus von Schwerin als Eigentum. Die Besitzer wechselten im Verlauf der Jahrhunderte häufig bzw. bewirtschafteten das Gut von Dambeck aus. Die letzte Besitzerin des Gutes Zaschendorf war Gertrud von Bredow, geborene Freiin von Langermann u. Erlencamp. Sie leitete das Gut von 1935 bis zur Enteignung 1945.

Von der ehemaligen Gutsanlage blieben das Torhaus und das Rest-Herrenhaus erhalten.

Sehenswert ist die restaurierte kleine Fachwerkkirche in der Ortsmitte. Sie stammt aus der Mitte des 17. Jahrhundert. Der Innenraum hat eine bemalte, flache Holzbalkendecke mit Akanthusblattmotiven sowie Bildnisse von Christus, den Heiligen und Engeln.

Unweit der Kirche fällt das große barocke Torhaus auf, ein Baudenkmal, das in Mecklenburg in dieser Ausführung einmalig ist. Es diente als Einfahrt zur Gutsanlage und wurde gleichzeitig als Speicher genutzt. Von der Gutsanlage blieb das einst repräsentative Herrenhaus mit spätklassizistischen Merkmalen erhalten. Es konnte nur teilweise gerettet werden. Vorläufig ist der nördliche Gebäudeteil wieder hergestellt.


Buchen und Eichen bilden Grenze


Von Zaschendorf aus durchquert der Wanderer Ackerflächen und erreicht einen Wald mit einem älteren, lichten Rotbuchenbestand, einen monotonen Lärchenforst und einen zum Naturschutzgebiet „Warnowtal bei Karnin“ gehörenden Erlenbruch. Am Waldrand fällt ein niedriger Wall mit alten Baumriesen von Rotbuchen und Stieleichen auf. Diese waren angepflanzt worden, um in der Landschaft die Gemarkungsgrenzen sichtbar zu machen. Heute gehören sie zu den geschützten, historischen Landschaftselementen in der mecklenburgischen Kulturlandschaft.

Es geht weiter durch hügelige Ackerlandschaft, die von Feuchtgebieten und Söllen unterbrochen wird. In Kleefeld steht in Nähe der B 104 der denkmalgeschützte Wasserturm.

Am südlichen Ortsausgang von Kleefeld beeindruckt ein Holwegabschnitt, Bestandteil des „Warnowtal bei Karnin“ Am Flusslauf kommen Erlen-Eschen-Bruchwälder und alte Haselnusssträucher vor. An den Hängen dominieren kräftige Rotbuchen. Im Frühjahr breiten sich Weiße und Gelbe Buschwindröschen, Maiglöckchen, Leberblümchen und Schlüsselblumen großflächig aus.

Von der Wassermühle, die noch bis 1955 arbeitete, blieben nur die Grundmauern erhalten. Von Karnin gibt es zwei Alternativen für die Wanderer. Entweder geht es weiter in Richtung Kritzkow. Oder man wählt die die kürzere Strecke nach Langen Brütz-Ausbau.

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