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Krakow am See : „Altdorfer See“: der letzte Schritt zur Ferienhaussiedlung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Krakower Stadtvertreter ändern Flächennutzungs- und Bebauungsplan für eine Ferienhaussiedlung.

von
erstellt am 26.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Nur noch ein Schritt fehlt, dann kann der Investor seine Pläne vom Ferienhausgebiet „Am Altdorfer See“ verwirklichen. Als letzte formale Akte in dem langwierigen Verfahrensweg (SVZ berichtete laufend) haben die Krakower Stadtvertreter den sogenannten Abwägungs- und Satzungsbeschluss für die erforderliche Änderung des Bebauungsplanes gefasst sowie als Voraussetzung dafür den Abwägungs- und Feststellungsbeschluss für die Änderung des Flächennutzungsplanes.

Nach langen Diskussionen und wiederholten Anläufen war das Votum eindeutig, wenn auch nicht unumstritten. Letztlich versagten lediglich Linken-Fraktionschef Christoph Küsters und Bürgermeisterstellvertreterin Renate Lorenz (SPD) die Zustimmung zu dem geplanten Projekt, für das Bürgermeister Wolfgang Geistert (SPD-Fraktion) als Planer in Erscheinung tritt. Lorenz: „Wir sollten sensibel mit unserer Natur umgehen.“ Die geplante Anlage mit 22 Häusern halte sie für „nicht sehr sensibel“, sie sei ihr zu groß. Lorenz: „Da habe ich ein ungutes Gefühl.“ Auf Fachleute stützt sich Küsters: „Alle Naturschutzverbände haben das Naturschutzgutachten zerrissen; ich kann mich dem nur anschließen.“ Der BUND habe schon Klage angekündigt, weiß Küsters.

BUND, Nabu und auch der Naturpark Nossentiner/ Schwintzer Heide etwa monieren an den Plänen, dass mit diesen verbunden insbesondere der Uferbereich und das Wasser des Altdorfer Sees deutlich intensiver genutzt werden würden. Der Nabu schätzt zudem die vorgenommenen Untersuchungen als nicht ausreichend und die Bewertungen speziell hinsichtlich des Europäischen Vogelschutzgebietes „Große Rohrdommel“ als falsch ein. Schlussfolgerung des Nabu: Die Änderung des Plangebietes in ein Ferienhausgebiet sei aus Artenschutzgründen nicht genehmigungsfähig. Der BUND fordert ein umfassenderes Monitoring zur Erfassung des Ist-Zustandes, bevor über die Pläne entschieden werde. Jedoch stellt die Untere Naturschutzbehörde (Landkreis) das Beteiligungsrecht der anerkannten Naturschutzverbände in dem Verfahren teilweise infrage. Der Grund: Durch die Umnutzung des Geländes des früheren Sägewerkes in eine Ferienhaussiedlung werde das Gebiet „nicht erheblich beeinträchtigt“.

In diese Argumentation stimmt Bürgermeisterstellvertreter Hilmar Fischer (Die Linke) ein: „Wir sollten uns freuen, wenn jetzt jemand etwas daraus macht. Und die Untere Naturschutzbehörde hat den Plänen ja ohne Vorbehalte zugestimmt.“ Fraktionskollege Hannes Kremp sieht auch den wirtschaftlichen Aspekt. 2,5 Millionen Euro Handwerkerleistungen seien für den Bau der Siedlung prognostiziert. Kremp: „Das ist ein Konjunkturprogramm, das ist gut für unsere Stadt.“ Schließlich stellte Wolfgang Fentzahn (CDU) das Abstimmungssignal auf Grün: „Uns sind schon mal Kurkliniken abgesprungen. Wir sollten nicht wieder so lange diskutieren.“

Laut Planer Wolfgang Geistert (der sich an Diskussion und Abstimmung nicht beteiligte) könnten die Bauarbeiten losgehen, sobald der Landkreis den jetzt geänderten Flächennutzungsplan genehmigt hat.

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