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Tag des offenen Denkmals : Alt und Neu gekonnt verbinden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gestern großer Andrang beim Tag des offenen Denkmals /Bauherrenpreis an Ulrich Bunnemann für Mühlenstraße 48

von
erstellt am 15.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Was längst vermutet wurde, verkündete Güstrows Bürgermeister Anre Schuldt gestern Vormittag: Der Bauherrenpreis geht diesmal an Ulrich Bunnemann und das Haus in der Mühlenstraße 48, bekannt als Derz’sches Haus. Verwiesen wird in der Begründung auf den besonderen Wert des Hauses aus der Zeit der Renaissance und darauf, wie sorgfältig der Bauherr mit der alten Bausubstanz umging, alles Erhaltenswerte erhielt und Neues gekonnt hinzufügte.

Ulrich Bunnemann hatte kaum Zeit, sich für den Preis zu bedanken, warteten doch schon Dutzende Neugierige, um von ihm durch das Haus geführt zu werden. Vor vier Jahren begann sein Engagement in Güstrow. Saniert sind inzwischen die Mühlenstraße 48, ein Hofgebäude sowie die Häuser Nr. 50 und 44 nebst Hofgebäude in der Langen Straße. Die Planungen für die Lange Straße 45 und 46 laufen, verrät der Inhaber der Schelfbauhütte mit dem Zusatz „zeitgemäß ökologisch bauen“. „Es gibt in Güstrow eine gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Architekten. Das erlebt man so nicht überall“, betonte Bunneman gestern.

Bürgermeister Schuldt gab öffentlich zu, jüngst von diesem „am Schlawittchen gepackt“ worden zu sein. Nach dem auch gestern von vielen beklagten Verlust des Hauses Markt 29, hatte Schuldt angekündigt, dass man von der durch den Brand in Mitleidenschaft gezogenen Nr. 30 wenigsten die Fassade würde retten wollen. Vielleicht aber sei auch mehr möglich, sagte Schuldt gestern. „Jedes Haus, das noch steht, kann saniert werden“, ist Ulrich Bunnemann überzeugt. Die Stadtvertretung, so betonte Schuldt gestern, habe vergangene Woche grünes Licht für den Ankauf des Hauses durch die Stadt gegeben. Damit sei ein Rechtsstreit, den die Stadt nach einer Veräußerung um ihr Vorkaufsrecht führte (SVZ berichtete), beendet. Die Stadt könne nun von diesem Recht Gebrauch machen.


Schlange stehen vor der alten Domschule


Groß war gestern Mittag das Gedränge vor der alten Domschule. Eine lange Menschenschlange hatte sich vor dem Eingang gebildet. Nur schubweise konnten die Besucher eingelassen werden. „Wir haben damit gerechnet“, sagte Petra Langkau vom Stadtentwicklungsamt, die sich bei zwei Führungen nur mühsam Gehör verschaffen konnte. „Wer einmal hier zur Schule ging, ist natürlich neugierig“, erklärt sie sich den Ansturm. Und in der Tat: Joachim Lengefeld gehört zu jenen ehemaligen Schülern, die gestern die nun fast fertig sanierte alte Domschule „stürmten“. „Es ist eine Pracht, ein Schmuckstück“, sagt der Güstrower und lobt die gelungene Kombination von historischer Bausubstanz und Neuem, wie dem Treppenhaus aus Stahl und Glas. „Wenn Bauherren diese Kombination schaffen und es stimmig ist – alle Achtung“, fügt Wilhelm Reichel hinzu. Der Güstrower nutzte gestern mit seiner Frau die Möglichkeit mehr sehen zu können, als das, was der Alltag sonst bietet, und auch Interessantes von Bauherren, Architekten und Restauratoren zu erfahren.

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