Vereine in der Region : Als „Lebensnerv unserer Stadt“ gewürdigt

Seit Jahresanfang ist die Bibliothekarin Annette Bernstein Vereinsvorsitzende. Fotos: Christian Menzel
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Seit Jahresanfang ist die Bibliothekarin Annette Bernstein Vereinsvorsitzende. Fotos: Christian Menzel

SVZ-Serie „Vereine in der Region“ –Kulturverein „Alte Synagoge“ Krakow am See organisiert zirka 30 Veranstaltungen im Jahr

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03. August 2015, 02:04 Uhr

Als einen „Lebensnerv unserer Stadt“ hatte Bürgermeister Wolfgang Geistert den Kulturverein Alte Synagoge Krakow am See auf der Festveranstaltung zu dessen 20-jährigem Bestehen bezeichnet. Tatsächlich kann der zirka 90 Mitglieder zählende Verein für sich in Anspruch nehmen, das kulturelle Leben im Luftkurort entscheidend mitzubestimmen. Die Organisation und Betreuung von zirka 30 Veranstaltungen – Ausstellungen, Vorträge, Lesungen, Konzerte, Exkursionen, Workshops – leistet der Verein. Und das auf ehrenamtlicher Basis.

Gegründet wurde der Kulturverein, als Mitte der 1990er-Jahre die Sanierung der ehemaligen Synagoge abgeschlossen war. Künftig sollte das einstige Gotteshaus als Begegnungsstätte genutzt, dabei aber auch an die Vergangenheit des Hauses erinnert werden. „An diese Vorgaben haben wir uns von Anfang an gehalten“, bestätigt Gründungsmitglied Annerose Wendt, die den Verein nach dem Tod des ersten Vorsitzenden, Hans-Dieter Ewert, über zehn Jahre führte. Im Oktober/November eines jeden Jahres erinnern Veranstaltungen an das Schicksal jüdischer Menschen während des Nationalsozialismus. So wurden zahlreiche Ausstellungen zu der Thematik gezeigt. Es gab eine Lesung mit Wolfgang Severin-Iben, der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin und das Rostocker Theater „Mechaje“ gastierten in der ehemaligen Synagoge und viele Projekte entstanden in Kooperation mit dem Max-Samuel-Haus der Hansestadt.


Dauerbrenner und immer mal was Neues


Bei den Veranstaltungen fällt auf den ersten Blick die Vielseitigkeit auf. „Unser Anliegen ist es, die Interessen möglichst vieler Besucher zu bedienen“, bestätigt Annette Bernstein, seit Jahresbeginn Vorsitzende des Vereins. In das breite Angebotsspektrum möchte sie mit plattdeutschen Veranstaltungen eine weitere Facette einfügen. Auf den zweiten Blick fallen Künstler auf, die oft wiederkommen. So das Quartett der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Hans-Joachim Scheitzbach, dessen Caféhausmusik sich im Luftkurort ungebrochener Nachfrage erfreut. Zu Dauergästen gehört auch die Pianistin Susanne Klonz, das Güstrower „Schnick-Schnack“ mit seinem irischen Abend oder die israelischen Tänze zum Mitmachen von Sabine Ellmer. Eingebürgert hat sich, dass die erste Ausstellung des Jahres den Teilnehmern des landesweiten künstlerischen Sommerkurses vorbehalten ist. Die Krakower Kunstlehrerin Grit Fähnrich, selbst Kursleiterin und Mitglied im Verein, hatte dafür gesorgt.

Schließlich unterstützt der Verein auch künstlerische Ambitionen seiner Mitglieder. So gründeten sich die „Schreiberlinge“ unter dem Dach der Synagoge und wurden bei der Herausgabe von zwei Publikationen unterstützt. Angesiedelt beim Verein ist die „Spinnstube“ und Hilfe bekommt die von Cornelia Tute geleitete „Töpferstube“.

Im September hält Kranichexperte Carsten Linde einen Vortrag über die Lebensweise der Vögel des Glücks und Johannes Herbst, Heimatverein Linstow, eröffnet die Ausstellung „Die Deutschen in der Ukraine und in Kiew“. 

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