Bundesfreiwilligendienst : Als Freiwilliger Traumjob finden

fIn der Tagesbetreuung Südstadt der Diakonie Güstrow arbeitet Ines Schröder (rechts) als Betreuungskraft.     In der Arbeit mit den Tagesgästen wie Alice Blanck  hat sie ihren Traumberuf gefunden.
fIn der Tagesbetreuung Südstadt der Diakonie Güstrow arbeitet Ines Schröder (rechts) als Betreuungskraft. In der Arbeit mit den Tagesgästen wie Alice Blanck hat sie ihren Traumberuf gefunden.

Viele Güstrower engagieren sich auf dem Wege des Bundesfreiwilligendienstes / DRK und Diakonie sind zufrieden mit dem Programm

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12. Juli 2014, 06:00 Uhr

In der Hausgemeinschaft „Am Markt“ in der Güstrower Hollstraße ist immer viel zu tun. Die 36 Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Senioren, pflegen sie und gestalten ihre Freizeit. Unterstützung bekommt das Team von den so genannten Bufdis. Sie absolvieren in der Einrichtung den Bundesfreiwilligendienst, der 2011 nach der Abschaffung der Wehrpflicht eingeführt wurde. „Das ist eine große Bereicherung für uns“, sagt Ronald Hinkelmann, der Leiter der Hausgemeinschaft.


Freiwilligendienst lockt große Zielgruppe


Die Einrichtung wird vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) getragen. Schon seit ihrer Eröffnung 2007 wurden dort Praktikumsplätze angeboten – damals noch in Form des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ). Mittlerweile sind die Praktikanten ausschließlich Bufdis. „Mit dem Programm wird eine größere Zielgruppe angesprochen“, sagt Ronald Hinkelmann. Denn im Gegensatz zum FSJ, das maximal bis zum 27. Lebensjahr gemacht werden kann, gibt es beim Bundesfreiwilligendienst keine Altersbegrenzung. Darin liegt für Ronald Hinkelmann einer der größten Vorteile des Programms. „Ältere können gerade im Bereich der Betreuung sehr viel zurückgeben. Ihre Lebenserfahrung ist Gold wert.“ Im Seniorenheim Teterow beschäftige das DRK eine 61-Jährige.


Ein guter Weg, den richtigen Beruf zu finden


Eingesetzt werden können die Bufdis in den verschiedensten Bereichen. So engagieren viele sich beispielsweise in Krankenhäusern, Sozialstationen, Jugendeinrichtungen – und eben Seniorenheimen.

Das DRK beschäftigt im Landkreis Rostock insgesamt zehn Bufdis, fünf davon in Güstrow. Seit September 2013 gehört Stephan Senkpiel zum Team in der Hollstraße. Er ist einer von zwei Bufdis, die sich hier um die Senioren kümmern. Vor seiner Zeit beim DRK hat der 31-Jährige als Maler und Lackierer gearbeitet. „Aber das war nicht so mein Ding“, erzählt er. So kam er auf die Idee, noch einmal umzuschwenken und hat sich dafür entschieden, als Bufdi in die Arbeit mit Senioren hineinzuschnuppern. Die Entscheidung habe er nicht bereut, der Umgang mit den alten Leuten und die Abwechslung mache ihm sehr viel Spaß, berichtet er. „Deswegen möchte ich nach dem Freiwilligendienst hier gern eine Ausbildung machen.“

Genau hier liegt für Ronald Hinkelmann ein weiterer Vorteil des Programms. „Als Bufdi kann man sich erst einmal orientieren und herausfinden, ob der Beruf zu einem passt.“ Wer die Praktikanten einstellt, müsse auch bereit dazu sein, ihnen eventuell eine langfristige Perspektive zu bieten. „Es ist nichts wertvoller als ein Azubi, der durch ein Praktikum schon Erfahrungen gesammelt hat“, so Ronald Hinkelmann.

Die Grundkenntnisse lernen die Bufdis von den festen Mitarbeitern. „Wenn sie neu in die Einrichtung kommen, werden sie erst einmal an die Hand genommen“, sagt Ronald Hinkelmann. Als Praktikanten seien sie ganz normal in das Team integriert. Weitere Erfahrungen sammeln die Bufdis in Seminaren, die vom DRK bezahlt werden.


„Jeden Tag passiert etwas anderes“


Auch wenn die Betreuung der Freiwilligen mit pädagogischem und finanziellen Aufwand verbunden ist, möchte der Ronald Hinkelmann sie nicht mehr missen. „Diese Art des bürgerlichen Engagements ist eine Sache, von der beide Seiten profitieren“, resümiert er.

Diese Einstellung hat auch die Diakonie Güstrow. Derzeit beschäftigt der Träger zwei Bufdis in der Barlachstadt und einen in Massow. Ines Schröder arbeitet als Freiwillige in der Tagesbetreuung Südstadt. Sie engagiert sich auf diesem Wege, weil sie gern arbeitet und Freude aus der Betreuung älterer Menschen zieht. Festgestellt hat sie dieses Interesse, als sie ihre Großmutter pflegte. Seit Februar dieses Jahres arbeitet sie als Betreuungskraft für die Diakonie – und hat darin ihren Traumberuf gefunden. „Ich finde die Arbeit sehr abwechslungsreich. Jeden Tag passiert etwas anderes, mit den Senioren gibt es immer etwas zu lachen“, erzählt Ines Schröder.

Die 36-Jährige geht mit den Tagespatienten der Einrichtung spazieren, spielt mit ihnen Gesellschaftsspiele und spricht mit ihnen über ihr Leben. Nach ihrer Zeit als Bufdi würde sie gern als Festangestellte in der Tagesbetreuung weiterarbeiten – am liebsten in der Südstadt.


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