Güstrows Partnerstadt : Alles wieder „hygge“ wie 1990?

1990 fuhren die ersten Güstrower nach Ribe. Beim Abschied holte Günter Wolf, der sich auch für die partnerschaftlichen Kontakte nach Dänemark stark machte, sein Akkordeon heraus und spielte „Muss i denn...“. Neben ihm stimmte Bürgermeister Jürgen Stiegler mit ein.
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1990 fuhren die ersten Güstrower nach Ribe. Beim Abschied holte Günter Wolf, der sich auch für die partnerschaftlichen Kontakte nach Dänemark stark machte, sein Akkordeon heraus und spielte „Muss i denn...“. Neben ihm stimmte Bürgermeister Jürgen Stiegler mit ein.

Güstrower Delegation fährt heute ins dänische Ribe und feiert 25 Jahre Partnerschaft. Güstrow möchte Beziehungen intensivieren.

svz.de von
03. Juni 2016, 05:00 Uhr

Heute fahren zwölf Güstrower in die dänische Partnerstadt Ribe. Sie nehmen bis Sonntag an den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft teil. Zu dem Treffen kommen ebenfalls Vertreter aus anderen Partner-Kommunen Ribes. Dieser Termin war der Grund, warum der Besuch 2015 verschoben wurde. Geleitet wird die Delegation von Peter Schmidt, Vorsitzender des Partnerstadtvereins Güstrow. Unter den Güstrowern sind viele, die seit Jahren Kontakte nach Ribe pflegen. Hanni Böttcher und Volker Planert gehören dazu.

Kontakte ist das Stichwort für Peter Schmidt. Er möchte die Partnerschaft mit Ribe wieder beleben. „Es gibt keinen regelmäßigen Kontakt mehr. Das finde ich schade. Wir werden mit den dänischen Freunden, die einen Partnerstadtverein haben, diskutieren, wie wir die Beziehungen intensivieren können“, erklärte Schmidt. Möglichkeiten gibt es viele. Schmidt: „Ob Vereine, Schulen, Firmen oder Familien. Alle sind angesprochen, den Kontakt in die älteste Stadt Dänemarks zu suchen.“ Besonders wichtig erscheint ihm das in der jetzigen Situation, in der sich Europa befindet. „Ich möchte wissen, warum und wie man in Dänemark über Europa und seine Zukunft denkt“, formuliert er.


Ribe suchte in 1970er-Jahren Kontakt


Die Riber haben für die Güstrower ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Ruth Christensen vom Partnerstadtverein war federführend. Tove Kjellerup organisierte die Unterbringung. Christensen: „Das ist ja ein ganzes Puzzle mit so vielen ausländischen Gästen. Zum Glück hat alles geklappt.“ Das Jubiläumswochenende beginnt heute um 16 Uhr in Ribelunds Kantine. Dort werden auch Vertreter der Esbjerg Kommune, zu der Ribe seit 2007 nach einer Gebietsreform gehört, sowie von Ribe Marketing, Handel und Tourismus anwesend sein. Morgen gibt es von 10 bis 15 Uhr einen Ausflug auf die Insel Römö. Um 17.30 Uhr beginnt das Festessen im Fritidscenter. Den Besuch beschließt Sonntag ab 10 Uhr ein Gottesdienst im Dom.

Wenn sich die Güstrower heute auf die Reise machen, werden ihre Gedanken auch um die frühen Kontakte zu Ribe kreisen. Die sind untrennbar mit Leonhardt Petersen verbunden. Im Stadtarchiv ist das in der Broschüre „Venner uden graenser 1983-2008“, herausgegeben zum 25-jährigen Bestehen des Partnerstadtvereins Ribe, nachzulesen. Auf Initiative des Riber Stadtrats, der sich für die internationale Anerkennung der DDR einsetzte, wurde 1972 Güstrow als Partnerstadt von Ribe bestätigt. Die Dänen erinnern sich an offizielle Besuche von Studenten der Pädagogischen Hochschule Ribe in Güstrow und an eine Einladung an den Bürgermeister zur 750-Jahr-Feier Güstrows 1978. Zweimal fuhren Delegationen aus Güstrow nach Dänemark. Es blieb allerdings immer eine von Partei und Staat gelenkte Partnerschaft, die familiäre Kontakte ausschloss und so nur auf dem Papier existierte.


Am 19. September 1991 Vertrag besiegelt


Erst mit der Wende wurde das anders. Wieder suchte der Städtepartnerschaftsverein Ribe den Kontakt zu Güstrow, um die Beziehungen endlich auf eine vertragliche Basis zu stellen. Das war im Januar 1990. Es folgte eine Einladung des Riber Vereins. Vom 30. März bis 1. April reisten 45 Güstrower nach Ribe. Nach diesem Ausflug titelte SVZ am 4. April 1990 „In Ribe war wirklich alles ,hygge‘“. Es war der erste Beitrag in der SVZ über eine Reise von Güstrowern in ihre dänische Partnerstadt. „Hygge“ werden die Güstrower vermutlich auch nach diesem Wochenende sagen, denn das Wort steht im Deutschen für alles, was Lob, Freude und Dank ausdrückt. Schon am 24. April 1990 folgte als unmittelbare Reaktion auf diese Tour die Gründung des Freundeskreises Güstrow-Ribe. 1991 nahmen die Beziehungen weiter Fahrt auf. Güstrower weilten im Mai beim Tulpenfest in Ribe. Im September folgten in Güstrow die ersten deutsch-dänischen Kulturtage, die aber über eine zweite Auflage nicht hinauskamen. Die Partnerschaft wurde per Vertrag und Urkunde am 19. September 1991 von den Bürgermeistern Lothar Fila und Jens Christensen besiegelt. Dieser Vertrag wird an diesem Wochenende gefeiert.












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