Wir in Glasewitz : „Alles bio“ und alles zum selber Sehen

Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
1 von 2

Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Meine Heimat, meine Zeitung: Domgut Dehmen beginnt sich zu mausern. Eigentümerwechsel gibt neue Perspektive

von
25. Januar 2016, 06:00 Uhr

Lange nichts zu hören gewesen vom Domgut Dehmen. Schon zu DDR-Zeiten wurden hier Puten gezüchtet, ein gut Teil davon ging für gutes Geld in den Westen. Nach der Wende machten Vater Albert Jänicke und Sohn weiter, doch im marktwirtschaftlichen Wettbewerb blieb es ein schwieriges Geschäft. Mit dem Einstieg der Freiland-Puten Fahrenzhausen GmbH hat das Domgut offenbar das nötige Kapital gewonnen für überfällige Investitionen. Der Bayer Martin Bohn führt jetzt die Geschäfte, behält Christian Jänicke als Betriebsleiter.

„Das Gut wurde schon seit der Wende ökologisch bewirtschaftet, das passte in unsere Vorstellungen“, begründet Bohn sein Engagement in Dehmen. Bereits seit 1997 betreibt der Diplomlandwirt bei München eine Bio-Putenzucht, nur zwei Jahre später sei er auf die Mecklenburger Landpute in Severin als Verarbeiter aufmerksam geworden, die jetzt für das Unternehmen schlachtet und produziert.

„Alles bio“ steht im Firmenlogo des Domgutes Dehmen. Ein Markenzeichen, das Bohn für sich in Anspruch nehmen und mit Leben erfüllen möchte – für Pflanze und Tier, wie er betont. Etwa 60  000 Bio-Hähnchen sollen es sein, die jährlich in Dehmen ihre 70 Tage Lebenszeit haben, dazu rund 5000 Bio-Puten. Außerdem stehen 100 Mutterkühe mit Nachzucht in Stall und auf Freigeläuf – ganz wie Tier es sich selbst aussucht. Das nutzen in diesen kalten Tagen auch zahlreiche der Kelly-Bronze-Puten, obwohl die sich auch im geräumigen Stall sicht- und gockelnd hörbar wohlfühlen.

220 Hektar beackert das Domgut, 200 Hektar sind Grünlandflächen. „Der bauliche Zustand auf dem Gut ist noch nicht so, wie wir es gerne möchten“, sagt Martin Bohn. Immerhin: Zwei nagelneue, moderne Ställe für die Hähnchenaufzucht stehen bereits auf dem von der Domgemeinde Güstrow gepachteten, weitläufigen Gelände. In diesem Jahr wolle er auch mit der Renovierung des Gutshauses beginnen. Hier soll neben Wohnungen für vier seiner neun Mitarbeiter ein Hofladen öffnen. „Mittelfristig ist es unser Ziel, selbst zu vermarkten. Beginn vielleicht im Sommer“, denkt Bohn voraus. „Wenn dann Einkäufer unsere Tiere sehen wollen, zeigen wir sie gerne. Wir haben nichts zu verbergen“, betont Martin Bohn.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen